Denkfabrik: Der Kampf gegen die Fed

ThemaUSA

Denkfabrik: Der Kampf gegen die Fed

Bild vergrößern

Der Fed sollen in Zukunft Regeln für ihre Geldpolitik vorgegeben werden

von Martin S. Feldstein

Ein Gesetzentwurf der Republikaner im US-Kongress will der amerikanischen Zentralbank formale Regeln für ihre Geldpolitik vorschreiben. Die Fed fürchtet um ihre Unabhängigkeit.

Die US-Zentralbank Federal Reserve (Fed) streitet derzeit mit dem Kongress über den Federal Reserve Accountability and Transparency Act. Der Gesetzentwurf soll die Notenbank dazu zwingen, bei ihren geldpolitischen Entscheidungen formale Regeln zu befolgen. Die Fed fürchtet deswegen um ihre Unabhängigkeit. Die Befürworter des Gesetzes hingegen argumentieren, damit seien die geldpolitischen Entscheidungen der Notenbanker besser vorhersehbar. Mit einer festen Regel sei das künftige Wachstum bei niedriger Inflation besser berechenbar. Wer hat recht?

Um den Konflikt zu verstehen, ist es wichtig, zu wissen, welche rechtliche Stellung die Fed innerhalb des politischen Systems in den USA hat. Die Zentralbank ist unabhängig und trifft in diesem Sinne ihre geldpolitischen Entscheidungen ohne Einfluss der Regierung. Der US-Präsident kann ihr also nicht vorschreiben, wie sie die Zinssätze, Reserveanforderungen oder andere geldpolitische Aspekte reguliert.

Anzeige

Das Parlament allerdings, also der US-Kongress, hat der Fed per Gesetz ein duales Mandat erteilt. Danach soll die Fed für Preisstabilität und Vollbeschäftigung sorgen. Wie sie diese Ziele erreicht, obliegt allein der Fed. Sie ist nur verpflichtet, dem Kongress regelmäßig über ihre Geldpolitik zu berichten. Das geplante Gesetz würde die Entscheidungsfindung der Fed stark beeinflussen.

Denkfabrik In den USA steigt die Inflationsgefahr

Die US-Notenbank hat mit ihrer Geldpolitik die Aktien- und Immobilienpreise nach oben getrieben. Jetzt fühlen sich die Bürger reich - doch nun muss die Fed die Inflation bekämpfen.

Quelle: dpa

Angst vor der Inflation

Nach der Definition der Fed herrscht Preisstabilität bei einer Inflationsrate von rund zwei Prozent. In den vergangenen zwölf Monaten lag dieser Wert bei etwa 1,5 Prozent. Vollbeschäftigung ist nicht fest definiert, aber für viele Ökonomen herrscht Vollbeschäftigung bei einer Arbeitslosenquote von etwa 5,5 Prozent. Der jüngste Wert lag bei 6,1 Prozent. Nun hält die Fed seit Jahren an einer Niedrigzinspolitik fest, obwohl sie ihr Inflationsziel nicht erreicht. Politiker fürchten, der lange Zeitraum niedriger Zinsen könnte zu einer erhöhten Inflation von mehr als zwei Prozent führen.

Um das zu verhindern, soll das geplante Gesetz die Fed verpflichten, bei der Festsetzung ihres kurzfristigen Zinssatzes, der Federal Funds Rate, einer formalen Vorgabe zu folgen. Das Gesetz schlägt eine bestimmte Regel zur Festlegung des Zinses vor.

Diese Regel entspricht weitgehend der 1993 von John Taylor, Ökonom an der Stanford-Universität, vorgeschlagenen Formel. Sie beruht auf einer statistischen Schätzung dessen, was die Fed-Chefs Paul Volcker und Alan Greenspan während einer Periode geringer Inflation und niedriger Arbeitslosigkeit getan haben. Die Taylor-Regel legt den kurzfristigen Zinssatz auf zwei Prozent plus die aktuelle Inflationsrate plus die Hälfte der Differenz zwischen der aktuellen Inflation und der Zielinflation fest, plus die Hälfte der Differenz zwischen dem aktuellen Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und dem BIP-Wachstum bei Normalauslastung der Kapazitäten.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%