Weniger Wachstum, mehr Transfers
Eine andere Frage ist aber, ob die Euro-Zone auch als Institution scheitert. Meine Antwort darauf ist: Nein. In die gemeinsame Währung als kittendes Element der auf Supranationalität ausgerichteten Europäischen Union wurde so viel politisches Kapital investiert, dass davon – in für mich vorstellbarer Zukunft – gewiss nicht abgelassen wird. Das Projekt wird fortgesetzt.
Der Preis dafür sind weniger Wirtschaftswachstum und höhere Finanztransfers für die Länder mit den größten wirtschaftlichen und finanziellen Problemen. „Die jüngste Geschichte, nicht nur die Geschichte Deutschlands, lehrt uns, dass der Gedanke der Bewahrung der Wirtschafts- und Währungsunion ohne die politische Union eine irrtümliche Vorstellung ist“, sagte 1991 der damalige deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl. Mit fortschreitender Zeit vergaß er dies jedoch.
Die Summe, die Griechenland in absehbarer Zukunft erhält, kann durch die Bevölkerungszahl der übrigen Euro-Zone geteilt werden, und jedermann kann sich seinen Beitrag zur Griechenlandhilfe leicht errechnen. Was der Verlust des Wachstumstempos bedeutet, lässt sich für den Einzelnen kaum ermessen, aber es wird schmerzhaft sein. Trotzdem wird dieser Preis aus politischen Gründen bezahlt. Die Bürger der Euro-Zone werden nie erfahren, wie viel dies tatsächlich kostet.
Sicherlich haben wir als Tschechische Republik daher keinen Fehler gemacht, dass wir der Euro-Zone noch nicht beigetreten sind. Und damit stehen wir nicht allein. Am 13. April veröffentlichte die „Financial Times“ einen Artikel des polnischen Zentralbank-Gouverneurs Slawomir Skrzypek, der kurz vor seinem tragischen Tod beim Flugzeugabsturz bei Smolensk geschrieben wurde.
Er schrieb: „Polen – als Nichtmitglied der Euro-Zone – hat von der Flexibilität des Zloty-Kurses profitiert. Die Flexibilität des Kurses half dem Wirtschaftswachstum und verminderte das Handelsbilanzdefizit, ohne Inflation zu importieren.“ Er fügt hinzu, dass „der jahrzehntelang andauernde Verlust der Wettbewerbsfähigkeit einiger Mitgliedsländer der Euro-Zone eine sehr nützliche Lektion war“. Dem ist nichts hinzuzufügen.














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Alle Kommentare lesen24.06.2010, 18:14 UhrAnonymer Benutzer: Euro ist nicht das Problem
Nicht der Euro ist das Problem. insbesondere die südlichen Länder Europas haben durch den Euro und die Verknüpfung mit dem soliden Norden eine einmalige Chance erhalten. Deutlich niedrigere Zinsen als sie es mit ihren eigenen Währungen je gehabt hätten. Schade ist nur, dass Sie dank linker Regierungen, Korroption und Sozialistischen Geschenken diese Chance nicht genutzt haben um ihre Staatsfinanzen zu sanieren. Es wäre ein leichtes gewesen, die Hälfte der Zinsersparnis für Haushaltskonsolidierung zu verwenden und nur die andere Hälfte Wohlfahrtsmäßig zu verteilen. Leider hat man sich entschieden 150% zu verteilen und damit diese einmalige Chance vertan...Schuld daran ist aber nicht der Euro, sondern das Fehlverhalten der Regierungen. Wenn die osteuropäischen Regierungen sich das zu Herzen nehmen, und nicht dem schlechten beispiel Südeuropas folgen, ist der Euro auch für Sie ein Segen.
23.06.2010, 14:25 UhrAnonymer Benutzer: dasbewegtdiewelt.de
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21.06.2010, 16:49 UhrAnonymer Benutzer: enete
so so - jetz ist er also schlecht der Euro. Als der Osten sich jedoch mit Subventionen in Europa hineinschmarotzte und mit EU-Subventionen Arbeitsplätze dorthin wanderten (nicht entstanden!), war nichts von all den Weisheiten in der Presse zu lesen