Deutsch-Chinesische Beziehungen: China: Als wäre nichts gewesen

Deutsch-Chinesische Beziehungen: China: Als wäre nichts gewesen

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Nach drei schwierigen Monaten hat sich das Klima zwischen Peking und Berlin deutlich entspannt.

Nach drei schwierigen Monaten hat sich das Klima zwischen Peking und Berlin deutlich entspannt. Ein Kommentar von WirtschaftsWoche-China-Korrespondent Matthias Kamp.

Als Bundeskanzlerin Angela Merkel Ende September den Dalai Lama im Kanzleramt empfing, ließ Pekings Reaktion nicht lange auf sich warten: Menschenrechtsdialog, Rechtsstaatsdialog, Ministerbesuche – binnen weniger Tage hatte Chinas Regierung sämtliche Kontakte auf Regierungsebene aus Protest gegen Merkels Treffen mit dem geistlichen Oberhaupt der Tibeter eingefroren. Doch so schnell die Eiszeit kam, so schnell scheint sie nun auch wieder zu gehen. Deutschlands Botschafter in Peking, Miachael Schäfer, sieht 2008 bereits als das Jahr, in dem die deutsch-chinesischen Beziehungen deutlich intensiviert werden, wie er vor wenigen Tagen erklärte.

Wurde noch Ende September Bundesfinanzminister Peer Steinbrück von einer lang geplanten Peking-Visite wieder ausgeladen, wird an diesem Mittwoch Umweltminister Gabriel nach China kommen und mit seinem chinesischen Amtskollegen Möglichkeiten der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit beim Klimaschutz ausloten. Neben dem chinesischen Umweltminister wird Gabriel weitere hochrangige Vertreter chinesischer Umweltbehörden und Nichtregierungsorganisationen treffen. In Kanton wird der Deutsche eine Ledergerberei besuchen, die vorbildliche Umweltstandards eingeführt hat.

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Auch die auf drei Jahre angelegte deutsche Imagekampagne “Deutschland und China, gemeinsam in Bewegung” wird nun fortgesetzt, nachdem Peking zwischenzeitlich gedroht hatte, die Veranstaltung abzusagen. Im Mai wird es eine große Veranstaltungsreihe in Chongqing geben, wo sich Deutschland präsentieren wird. Im Herbst setzen Deutsche und Chinesen die Kampagne im südchinesischen Kanton fort.

Für das Tauwetter zwischen Berlin und Peking hat sicherlich auch gesorgt, dass Peking das Problem vom Tisch haben wollte je näher die Olympischen Spiele. Man will keine zwischenstaatlichen Verstimmungen in die heiße Vorbereitungsphase des im August stattfindenden Sportereignisses schleppen. Derzeit unternehmen die Organisatoren alles, um der Welt Spiele in lockerer und entspannter Atmosphäre bieten zu können.

Zum Ende der Eiszeit hat dem Vernehmen nach ein intensiver Briefwechsel zwischen Berlin und Peking beigetragen. Vertreter der Bundesregierung haben erklärt, dass sie die Zugehörigkeit sowohl Tibets als auch Taiwans zu China nicht in Frage stellen - Schritte, die die staatlich kontrollierte Presse in China in langen Leitartikeln begrüßt. Doch auch Merkel hatte die Zugehörigkeit Taiwans und Tibets zu China nie in Frage gestellt. Sie hatte sich lediglich mit dem Dalai Lama in Berlin getroffen. Doch während der Dalai Lama im Westen eine Symbolfigur der Toleranz und Integration ist, gilt er bei chinesischen Regierungsvertretern als gefährlicher Vertreter einer separatistischen Bewegung.

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