Deutschland und Türkei: Gabriel trifft türkischen Außenminister am 8. März

Deutschland und Türkei: Gabriel trifft türkischen Außenminister am 8. März

, aktualisiert 03. März 2017, 17:26 Uhr
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Das Treffen der beiden Außenminister könnte die derzeitige Lage etwas entspannen.

Quelle:Handelsblatt Online

Deutschland und die Türkei haben derzeit ein angespanntes Verhältnis. Bundesaußenminister Sigmar Gabriel und der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu wollen sich am 8. März treffen. Es gibt viel zu besprechen.

Istanbul/BerlinDer türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu kommt nächste Woche nach einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu mit Bundesaußenminister Sigmar Gabriel zusammen. Das Treffen sei in Deutschland für den 8. März geplant, meldete Anadolu am Freitag nach einem Telefonat der Minister unter Berufung auf diplomatische Kreise.

Vom Außenministerium in Berlin gab es zunächst keine Stellungnahme dazu. Sprecher Martin Schäfer hatte aber am Vormittag gesagt, dass man sich um eine Gespräch mit Cavusoglu bemühe. „Es macht Sinn, miteinander das Gespräch zu suchen. Auch wenn es noch so schwierig ist“, sagte Schäfer.

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Cavusoglu hatte Deutschland kurz zuvor im Streit um Wahlkampfauftritte türkischer Regierungsvertreter vor Konsequenzen gewarnt. „So kann es nicht weitergehen“, sagte er nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Freitag. „Wenn Sie mit uns arbeiten wollen, müssen Sie lernen, wie Sie sich uns gegenüber zu verhalten haben.“ Die Türkei werde die Behandlung ansonsten „ohne Zögern mit allen Mitteln“ erwidern. „Dann müssen Sie an die Folgen denken.“ Welche Folgen das sein könnten, sagte er nicht.

Der deutsche Botschafter in Ankara, Martin Erdmann, war am Donnerstag nach der Absage eines Auftritts des türkischen Justizministers im baden-württembergischen Gaggenau ins türkische Außenministerium zitiert worden. Bereits am Dienstag wurde der türkische Botschafter wegen der Inhaftierung des deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel ins Auswärtige Amt gebeten.

Die Stadt Gaggenau hatte einen für Donnerstagabend geplanten Werbeauftritt des türkischen Justizministers Bekir Bozdag für die geplante Verfassungsreform gestoppt. Bozdag ließ aus Protest ein Treffen mit Bundesjustizminister Heiko Maas in Karlsruhe platzen. Maas wollte mit Bozdag über den in der Türkei inhaftierten „Welt“-Korrespondenten Yücel sprechen. Über die Verfassungsreform wird in der Türkei am 16. April abgestimmt.

Der türkische Justizminister Bekir Bozdag hat den Stopp seines Auftritts in Deutschland als „faschistisches Vorgehen“ gebrandmarkt. „Dieses Skandal-Vorgehen in Deutschland ist im wahrsten Sinne des Wortes ein faschistisches Vorgehen“, sagte er. „Wir dachten, die Berliner Mauer sei schon lange gefallen. Aber wir sehen, dass es in manchen Köpfen in Deutschland immer noch ideologische Berliner Mauern gibt, und es werden neue gebaut.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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