Devisen: Wie der chinesische Staatsfonds CIC investiert

Devisen: Wie der chinesische Staatsfonds CIC investiert

China hat Deviesenreserven in Höhe von 1,8 Billionen US-Dollar angehäuft, zum Jahresende dürften es mehr als zwei Billionen sein. Einen Großteil der Reserven ruht in niedrig verzinsten US-Staatsanleihen. Nun will die chinesische Regierung die Gelder gewinnbringender anlegen. Dafür hat die den Staatsfonds China Investment Corporation (CIC) gegründet, den der frühere stellvertretende Finanzminister Lou Jiwei leitet.

200 Milliarden Dollar Startkapital stellte Peking zur Verfügung. "Rund 90 Milliarden sind für Auslandsaktivitäten bestimmt, mit dem Rest sollen chinesische Firmen gefördert und die Staatsbanken unterstützt werden", sagt Chrristina Stercken, Partnerin der Beratung EAC - Euro Asia Consulting. "Rund 20 Milliarden sind für Investitionen in Europa vorgesehen." Im ersten Jahr hat Lou fast nur in die Finanzbranche investiert. Für drei Milliarden Dollar stieg CIC bei der Beteiligungsgesellschaft Blackstone ein und für rund fünf Milliarden Dollar bei der Investmentbank Morgan Stanley. Ein Aktienpaket der Kreditkartenprimus Visa für 100 Millionen und eine Kooperation mit der US-eteiligungsgesellschaft J.C. Flowers für vier Milliarden Dollar folgten.

"Die Finanzbranche ist am stärksten globalisiert, deshalb gibt es dort die meisten Beteiligungen", so Stercken. Doch auch in anderen Branchen will Lou auf die Jagd gehen: "Wenn wir einen fetten Hasen sehen, dann werden wir ihn erlegen." Vielleicht ist die Deutsche Bahn das Langohr, auf den es CIC abgesehen hat. Bei seinem China-Besuch im September traf sich undesfinanzminister Peer Steinbrück mit Staatsfonds-Chef Lou in Peking. "Ich halte eine chinesische Beteiligung für möglich", sagt Wang Wei, Berater des Wirtschaftsprüfers Deloitte.

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Da die Bahn nur 24,9 Prozent ihrer Transportsparte DB Mobility Logistics an die Börse bringt, dürfte es auch keine Probleme mit dem neuen Veto-Recht im Außenwirtschaftsgesetz geben. Die Bundesregierung kann künftig den Kauf eines deutschen Unternehmens ab einer Beteiligung von 25 Prozent nachträglich untersagen, falls dadurch eine Gefährdung der öffentlichen Ordnung oder Sicherheit ensteht.

Anlass zu der Novellierung war die Sorge, dass Staatsfonds wie CIC politisch agieren könnten. Lou lässt sich jedenfalls nicht in die Karten gucken: "Wenn wir überall transparent sind, werden uns die Wölfe fressen."

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