DIHK und IW: Deutsche Wirtschaft gibt Trump schlechte Noten

DIHK und IW: Deutsche Wirtschaft gibt Trump schlechte Noten

, aktualisiert 07. November 2017, 20:35 Uhr
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Ein Jahr nach seiner Wahl zum US-Präsidenten hat Trump es nicht geschafft, die deutsche Wirtschaft von sich und seiner Politik zu überzeugen.

Quelle:Handelsblatt Online

Trumps Politik kommt bei der deutschen Wirtschaft und Experten nicht gut an: In einer Umfrage schrieben fast drei Viertel der Befragten dem US-Präsidenten eine belastende Wirkung auf das globale Wirtschaftsgeschehen zu.

BerlinDie deutsche Wirtschaft und viele internationale Experten haben US-Präsident Donald Trump überwiegend schlechte Noten für seine Politik gegeben. Der Republikaner habe sich als Bürde für die globale und auch die amerikanische Wirtschaft erwiesen, teilte das Ifo-Institut unter Verweis auf eine Umfrage unter 929 Fachleuten aus 120 Ländern mit, die am Mittwoch veröffentlicht wurde.

Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, stieß in das gleiche Horn: „Ein Jahr nach der Wahl blicken die deutschen Unternehmen mit einer Mischung aus Verunsicherung und Ernüchterung über den Atlantik.“ Trotzdem liefen die deutschen Exporte in die USA in diesem Jahr bislang gut.

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In der Umfrage schrieben fast drei Viertel der Experten dem US-Präsidenten eine belastende Wirkung auf das globale Wirtschaftsgeschehen zu. Das gelte, in etwas geringerem Maße, auch für die US-Wirtschaft. Am negativsten wirke Trumps Politik in den Bereichen soziale Gerechtigkeit und Umweltschutz. Für die überwiegende Mehrheit der Experten litten arme Menschen am meisten unter Trump. Schlechte Noten erhielt er zudem für seine Handelspolitik, die Zusammenarbeit in multilateralen Organisationen sowie bei Kernfragen von Frieden und Sicherheit.

DIHK-Präsident Schweitzer verwies auf etliche Fragezeichen in Trumps Wirtschaftspolitik. Große Vorhaben wie eine Steuerreform oder Infrastrukturausgaben seien über das Stadium von Ankündigungen kaum hinausgekommen. Die restriktive Visa-Politik der USA sorge zudem für Verunsicherung. Die protektionistischen Äußerungen Trumps in der Handelspolitik mit dem Motto „America First“ sowie sein Schwenk in der Klimaschutzpolitik irritierten ebenfalls. Die zunehmende Abschottung der USA schade nicht nur der US-Wirtschaft, sondern auch deutschen Firmen. Schweitzer verwies auf die Präsenz Tausender deutscher Unternehmen in den USA, die dort für insgesamt 700.000 Arbeitsplätze verantwortlich seien.

Auch das Urteil von Michael Hüther, dem Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, über Trump fiel negativ aus. In einem Gastbeitrag für die „Heilbronner Stimme“ schrieb er von „Überraschungen auf der Verhaltensebene wie von Enttäuschungen auf der Politikebene“. Trump habe keines seiner Versprechen eingelöst, die Steuerreform sei nur noch „ein Hoffnungswert“.

Trump beklagt, dass die US-Wirtschaft unter unfairen Handelspraktiken anderer Länder wie China oder Deutschland leidet. Er hat daher versprochen, sie stärker zu schützen und ihre Interessen in den Vordergrund zu stellen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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