Baku kontert mit Vorwürfen
Bild: dpaAlt-Bundeskanzler Gerhard Schröder war von 1998 bis 2005 an der Macht. Mit 1,74 Meter zählt er trotz seiner vergleichsweise geringen Körpergröße noch zu den größten (kleinen) Politikern.
Bild: REUTERSWesentlich kleiner ist da schon der ehemalige Ministerpräsident Italiens: Silvio Berlusconi kommt auf 1,64 Meter. Sein Ego war dafür bekanntlich umso größer.
Bild: REUTERSKaiser Akihito genießt in der japanischen Bevölkerung mehrheitlich ein hohes Ansehen. 1990 wurde er offiziell zum 125. Tennō Japans ausgerufen. Mit 1,63 Meter ist "Seine Majestät, der himmlische Souverän" sogar kleiner als seine Frau, Kaiserin Michiko.
Bild: dpaDer ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew ist mit seinen 1,62 Meter Spottobjekt Nummer eins in Russland. So erzählen Spötter hinter vorgehaltener Hand: "Jelzin war ein Meter neunzig groß; Putin 1,70; Medwedew ist 1,62. Bald haben wir gar keine Präsidenten mehr." Andere Lästermäuler nennen Medwedew den "Nano-Präsidenten" – oder "Liliputin".
Bild: dapdAber auch anderen russischen Größen fehlte es an Größe: Der Kommunist und Begründer der Sowjetunion, Wladimir Iljitsch Lenin, maß ebenfalls nur 1,64 Meter.
Bild: REUTERSEtwa gleich groß sind die ehemaligen Wahlrivalen aus Frankreich. Mit 1,65 Meter (Nicolas Sarkozy) und 1,64 Meter (François Hollande) sind sie trotzdem nicht gerade die Größten. Vor knapp zwei Jahren soll der damalige Präsident Sarkozy sogar die Einstellungskriterien für seine Bodyguards verschärft haben: Der Zeitung "Le Parisien" zufolge durfte nur noch auf den französischen Präsidenten aufpassen, wer kleiner als er selbst war. Scherzhaft nennen ihn die Pariser seither den "kleinen Nick" oder Napoleon.
Bild: dpa/dpawebWie groß der echte Napoleon war, ist allerdings umstritten. Der französische Staatsmann wird auf höchstens 1,66 Meter geschätzt - für damalige Verhältnisse sehr groß.
Nichtsdestotrotz bezeichnete der Individualpsychologe Alfred Adler sogar einen Komplex nach ihm. Seiner Meinung nach sei Napoleon das perfekte Beispiel, eine kleinere Körpergröße durch von außen sichtbare Erfolge und Statussymbole zu kompensieren. Eine Theorie, die mittlerweile aber als widerlegt gilt.
Bild: dpaNikita Chruschtschow war allerdings auch zu seiner Zeit nicht gerade mit Größe gesegnet. Der ehemalige sowjetische Regierungschef maß gerade einmal 1,60 Meter.
Bild: REUTERSDeng Xiaoping führte die Volksrepublik China faktisch von 1979 bis 1997. Der Chefarchitekt des Wirtschaftsaufschwungs misst dabei gerade einmal 1,52 Meter. Kleiner ist nur noch einer, nämlich...

... Hunnenkönig Attila. Historiker schätzen ihn auf eine Größe von 1,50 Meter. Sein Reich erstreckte sich damals vom Rhein bis zum Kaukasus und umfasste verschiedene iranische und germanische Völkerschaften. Auf die Größe kommt es eben doch nicht an.
Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder war von 1998 bis 2005 an der Macht. Mit 1,74 Meter zählt er trotz seiner vergleichsweise geringen Körpergröße noch zu den größten (kleinen) Politikern.
Nicht auszuschließen, dass Präsident Alijew das auf einmal entflammte Interesse an der Ukraine begrüßte. Timoschenko bestimmte die Schlagzeilen – die Lage in Aserbaidschan interessierte nun weniger, dabei zuvor Alijews autoritäre Führung viel Kritik auf sich gezogen. Menschenrechtsorganisationen werfen dem Präsidenten vor, die Opposition zu unterdrücken, kritische Presse zu gängeln, politische Gegner ins Gefängnis zu stecken, wo sie gefoltert werden.
„Wer in Baku laut 'Freiheit' ruft, riskiert bis zu zehn Tagen Gefängnis, heißt es bei Amnesty International. Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning, löste mit seinen Aussagen sogar bilaterale Verstimmungen aus. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass man Lieder trällern kann, während ein paar Kilometer weiter Leute ohne Grund im Gefängnis sitzen“, sagte er.
Baku warf vor allem Deutschland vor, den ESC unzulässig zu politisieren. Medien, Politik und Nichtregierungsorganisationen betrieben eine Kampagne gegen Aserbaidschan, heißt es. Parviz Shahbazov, Aserbaidschans Botschafter in Berlin, nannte die Berichterstattung „haltlos“. Kritik gab es selbst von deutschen Wirtschaftsvertretern in Baku.
Die Bundesregierung sollte sich besser überlegen, welche Außenpolitik sie betreibe und welche Konsequenzen diese habe, hieß es. Dabei war die Kritik aus der deutschen Politik im Vergleich zur der großen Welle der Empörung, die sich im Fall der Ukraine auftürmte, in Aserbaidschan die ganze Zeit über deutlich geringer.
Das liege wohl auch an unterschiedlichen Interessen der Politik, sagen Beobachter – wirtschaftliche Interessen in erster Linie. Aserbaidschan gilt als strategisch wichtig, weil in Zukunft Gas aus dem Kaspischen Meer durch die Nabucco-Pipeline strömen soll, dem Wunschprojekt der Europäischen Union. Zudem ist Aserbaidschan der sechstwichtigste Rohöllieferant für Deutschland, im vergangenen Jahr bezog die Bundesrepublik Öl im Wert von 1,4 Milliarden Euro aus dem Kaukasus.
Gas kommt auch aus Richtung Ukraine in den Westen – es handelt sich allerdings um russisches Gas auf dem Transit. Mit Nord Stream sowie der geplanten Nabucco-, oder der South-Stream-Pipeline verlieren die Rohrleitungen durch die Ukraine hingegen an Bedeutung. Da fällt Kritik offenbar leichter.
Zuletzt ist die Kritik leiser geworden. In Baku steht inzwischen die Musik im Vordergrund. In der Ukraine wird sich die Aufmerksamkeit bald verstärkt um den rollenden Ball drehen. Timoschenko lässt sich inzwischen behandeln und nannte einen möglichen Boykott der Spiele eine „schlechte Idee“. Was geschieht, wenn die deutsche Elf ins Finale einzieht und dazu in Kiew antritt – wo auch der umstrittene Präsident Janukowitsch zugegen sein wird, werden erst die nächsten Wochen zeigen.
Und was geschieht, wenn ESC und EM vorüber sind? Aserbaidschan wählt nächstes Jahr einen neuen Präsidenten, die Opposition rechnet mit neuen Repressionen, sobald der Song Contest beendet ist. Wenn es die Kritiker aus dem Ausland ernst meinen, werden sie auch in Zukunft genau hinsehen müssen – auch ohne sportliche oder musikalische Großereignisse.
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Alle Kommentare lesen25.05.2012, 09:35 UhrAnonymer Benutzer:klar
Naja, ist nicht nur bei den "Diktatoren" so sondern auch hier. H4 TV täglich und zur EM wird dann wohl der EU-Gau bekannt gegeben da die meisten mit Fußball vollgedröhnt sind. Gehirn einschalten fällt der Masse ja immer noch schwer.