Diplomatische Krise: Golfstaaten brechen Beziehungen zu Katar ab

Diplomatische Krise: Golfstaaten brechen Beziehungen zu Katar ab

, aktualisiert 05. Juni 2017, 15:16 Uhr
Bild vergrößern

Die katarische Hauptstadt Doha.

Unter Golfstaaten gibt es Ärger über Katar. Für Unmut sorgen die mutmaßliche Unterstützung des Landes für islamistische Gruppen und seine Beziehungen zum Iran. Katar kritisiert das Vorgehen der arabischen Länder.

Mit dem Abbruch aller Kontakte zu Katar haben Saudi-Arabien und andere arabische Staaten die schwerste diplomatische Krise in der Region seit Jahren ausgelöst. Sie werfen dem Emirat Unterstützung von Terrororganisationen vor. Damit ist der kleine Staat am Persischen Golf, in dem die USA ihre größte Militärbasis in der Region unterhalten und in dem 2022 die Fußball-WM ausgetragen werden soll, weitgehend isoliert.

Das katarische Außenministerium erklärte, die Maßnahmen seien ungerechtfertigt und basierten auf falschen Behauptungen. Katar sei einer Hetzkampagne ausgesetzt, die auf Verleumdungen basiere.

Anzeige

Katars Nachbarländer Saudi-Arabien, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) schlossen in einem koordinierten Vorgehen am Montag auch die Grenzen. Sie forderten Bürger Katars auf, in spätestens 14 Tagen auszureisen. Auch Ägypten und der Jemen brachen alle Beziehungen zu Katar ab. Katarische Diplomaten müssen die betroffenen Staaten innerhalb von 48 Stunden verlassen.

Donald Trump über Muslime und den Terror

  • 16. November 2015

    „Wir müssen die Moscheen beobachten und studieren, denn dort gibt es eine Menge Gerede (...) Aus dieser Richtung kommt absoluter Hass, dieser Hass ist unglaublich. Er ist fest verwurzelt (...) Der Hass ist stärker als wir uns vorstellen können.“

    (in einem Interview mit dem Sender MSNBC)

  • 22. November 2015

    „Da waren Leute in New Jersey, die zusahen, große Teile der arabischen Bevölkerung, die gejubelt haben, als die Gebäude zusammenstürzten.“

    (in einem Interview des Senders ABC zum angeblichen Jubel von Muslimen nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001)

  • 7. Dezember 2015

    „Donald J. Trump fordert einen kompletten Stopp der Einreise von Muslimen in die USA, bis die Vertreter unseres Landes herausfinden, was hier vor sich geht.“

    (Trump als Präsidentschaftsbewerber am 7. Dezember 2015)

  • 10. Dezember 2015

    „In Großbritannien gehören mehr Muslime dem IS an als der britischen Armee.“

    (auf Twitter)

  • 9. März 2016

    „Ich denke, der Islam hasst uns.“

    (in einem Interview des Senders CNN)

  • 22. März 2016

    „Inkompetente Hillary (Clinton). Trotz des schrecklichen Anschlags in Brüssel heute will sie schwache und offene Grenzen und die Muslime hereinströmen lassen. Auf keinen Fall!“

    (nach dem Terroranschlag von Brüssel auf Twitter)

  • 19. Oktober 2016

    „Hillary (Clinton) hat nach 550 Prozent mehr syrischen Einwanderern gerufen, aber von radikalen islamischen Terroristen spricht sie nicht.“

    (auf Twitter)

  • 29. Januar 2017

    „Um das klarzustellen, das ist kein Muslimbann, so wie es die Medien fälschlicherweise berichten.“

    (als Präsident zum von ihm erlassenen Einreiseverbot)

  • 28. Februar 2017

    „Wir werden mit unseren Partnern zusammenarbeiten, einschließlich unseren Freunden und Verbündeten in der muslimischen Welt, um diesen schändlichen Feind vom Antlitz unserer Erde auszulöschen.“

    (vor dem US-Kongress zum Kampf gegen den Islamischen Staat)

Saudi-Arabien und Bahrain stoppten auch den Luftverkehr mit Katar. Schon zuvor hatten mehrere Fluglinien aus Golfstaaten erklärt, sie stellten von Dienstag an ihre Verbindungen mit dem Emirat ein. Dazu gehörten Etihad Airways, Emirates, Flydubai, Air Arabia und Gulf Air.

US-Außenminister Rex Tillerson rief die arabischen Staaten auf, ihre Streitigkeiten beizulegen. Offensichtlich gebe es in der Region einige Konflikte, die nun hochkochten, sagte er in Sydney. Er erwarte nicht, dass der Abbruch der Beziehungen zu Katar maßgeblich Auswirkung auf den Kampf gegen den Terrorismus haben werde.

Sowohl Katar als auch Saudi-Arabien, Bahrain, die VAE und Ägypten sind Verbündete der USA. So hat Washington mehr als 10 000 Soldaten auf der Luftwaffenbasis Al-Udeid in Katar stationiert. Katar gehört auch der internationalen Anti-IS-Koalition an, die Extremisten in Syrien und im Irak bekämpft. Auf Bahrain unterhält die Fünfte US-Flotte ihr Hauptquartier. US-Präsident Donald Trump hatte die arabischen Verbündeten während eines Besuchs Ende Mai in Saudi-Arabien auf einen gemeinsamen Anti-Terror-Kampf und eine gemeinsame Anti-Iran-Front eingeschworen.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%