Donald Trump: Der Liebling der Wutbürger

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AnalyseDonald Trump: Der Liebling der Wutbürger

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US-Vorwahlkampf: Donald Trump übt scharfe Kritik.

von Tim Rahmann

Ob Flüchtlinge, Schwarze oder Muslime - Donald Trump hetzt gegen Minderheiten. Bei den „angry white men“, den wütenden Weißen, ist er beliebter denn je. Aber kann ein solcher Populist auch US-Präsident werden?

Denkt Donald Trump noch nach bevor er sich zu seinen provokanten Äußerungen hinreißen lässt? Scheinbar wahllos attackiert der republikanische Präsidentschaftsbewerber Einwanderer und Flüchtlinge, Afroamerikaner und Juden. Sein neuestes Opfer: Muslime. Nach den Terroranschlägen von Paris und der Schießerei zweier Extremisten in Kalifornien fordert der Milliardär eine „komplette Schließung der Grenzen für Muslime“.

Die Aussagen sind beschämend für ein Land, das Touristen, Studenten und Einwanderern aller Kulturen traditionell in bemerkenswerter Offenheit begrüßt. Trump weiß, dass seine Forderungen verfassungswidrig sind und keine Chance haben, je Realität zu werden. Doch darum geht es dem Möchtegern-Präsidenten auch gar nicht. Trump will aufhetzen – und verschreckt damit selbst Freunde.

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„Den Trump, den ich kenne, ist nicht der Trump, den man momentan im Fernsehen sieht“, sagt Robert Kiyosaki. Der Investor aus Phoenix hat vor rund zehn Jahren mit Trump zusammen zwei Bücher geschrieben – und den Immobilientycoon als cleveren Unternehmer erlebt. „Trump hatte tolle Ideen. Etwa, dass jeder Amerikaner bis zu seinem 21. Lebensjahr eine kostenlose Krankenversicherung bekommt“, erinnert sich Kiyosaki. Trump habe argumentiert, dass Vorsorge der beste Weg sei, um erfolgreich und sorgenfrei ins Erwachsenenleben zu starten.

Doch von solchen Vorschlägen ist im Wahlkampf anno 2015 nichts mehr zu hören. Stattdessen will Trump, eine Mauer an der US-mexikanischen Grenze bauen, alle illegalen Einwanderer aus dem Land werfen – und nun auch: Muslime ohne Grundlage die Einreise in die USA verwehren.

US-Präsidentschaftswahlkampf Trump fordert Einreiseverbot für Muslime

Neue Provokation von Präsidentschaftsbewerber Donald Trump: Diesmal hat er es auf die Muslime abgesehen. Die sollen laut seiner Ansicht keinen Fuß mehr in die USA setzen dürfen. Die Konkurrenz ist empört.

Republican presidential candidate, businessman Donald Trump, speaks during a rally coinciding with Pearl Harbor Day at Patriots Point aboard the aircraft carrier USS Yorktown in Mt. Pleasant, S.C., Monday, Dec. 7, 2015. (AP Photo/Mic Smith) Quelle: AP

Trumps Aussagen sind keinesfalls impulsiv und spontan, sondern wohl kalkulierte Provokation. Kommen die neusten Attacken doch just in dem Moment, als der Umfrageliebling der Republikaner an Popularität einbüßt und in einem ersten Meinungstest den konservativen Hardliner Ted Cruz aus Texas an sich vorbeiziehen lassen muss.

Ausgerechnet Cruz, der im gleichen Milieu wie Trump wildert: bei den angry white men. Die wütende weiße Minderheit fürchtet Globalisierung wie Einwanderung, lehnt die Frauenquote ab und sieht die USA im Niedergang. Es sind jene Arbeiter und Farmer, die Trump bei seinen Reden zujubeln – und ihm bei den ersten Vorwahlen, etwa im ländlichen Iowa und im konservativen South Carolina, zum Sieg verhelfen sollen.

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