Donald Trump: Im Südwesten der USA hat Trump schlechte Karten

Donald Trump: Im Südwesten der USA hat Trump schlechte Karten

Eigentlich müsste Donald Trump alles daran setzen, die Staaten Colorado, Nevada und New Mexico bei der Präsidentenwahl zu gewinnen. Statt dessen stößt er wichtige Wählergruppen vor den Kopf und engagiert sich nur wenig.

Früher war Colorado bei US-Präsidentenwahlen heiß umkämpft. Mal gewannen in dem Staat die Demokraten, mal die Republikaner. Doch zuletzt stand Colorado kurz davor, ganz ins demokratische Lager zu wechseln - und Donald Trump hat diesen Wandel womöglich besiegelt. Seine abwertenden Bemerkungen über Mexikaner, negative Kommentare über Frauen und eine schwache Wahlkampforganisation haben stark dazu beigetragen, dass der Staat nun den Demokraten zugeneigt ist. Erstmals seit mehr als 20 Jahren gibt es dort aktuell mehr demokratisch registrierte Wähler als republikanische.

„Trump stößt gerade die vielen entscheidenden Wählergruppen ab, die wir in diesem Staat haben“, sagt der frühere Vorsitzende der Republikaner in Colorado, Dick Wadhams. Und das trifft nicht nur auf Colorado zu. Trumps hitzige Rhetorik und seine schwachen Wahlkampfstrukturen könnten dafür sorgen, dass die beiden traditionell umkämpften Staaten Nevada und New Mexico für ihn ebenfalls nicht zu gewinnen sind.

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Und das ist von großer Bedeutung für Trump. Er kann die für einen Sieg bei der Präsidentenwahl nötigen 270 Wahlmännerstimmen nur dann gewinnen, wenn er einige Staaten holt, die bei den vergangenen beiden Wahlen für den Demokraten Barack Obama stimmten. Dabei könnten die drei südwestlichen US-Staaten, die zusammen auf 21 Wahlmännerstimmen kommen, eigentlich Hoffnung bei den Republikanern aufkeimen lassen: Allesamt wählten sie vor zwölf Jahren noch George W. Bush.

Die Marke Donald Trump

  • Geschäftsmann

    Als Baulöwe, Casinobetreiber, Golfclubbesitzer und Ausrichter von Schönheitswettbewerben hat der New Yorker ein Vermögen von zehn Milliarden Dollar angehäuft – nach eigenen Angaben.

  • TV-Star

    Trumps Satz „You’re fired“, mit dem er in der Show „The Apprentice“ ehrgeizige Jungunternehmer feuerte, wurde zum geflügelten Wort.

  • Politiker

    Trump spendete auch an Demokraten wie die Clintons, tritt nun aber für die Republikaner an.

Doch Trump engagiert sich in diesen Staaten weniger stark als die mutmaßliche demokratische Kandidatin Hillary Clinton. Er hatte in Colorado erst am Freitag seinen ersten Wahlkampfauftritt, während Clinton am Mittwoch schon zum fünften Mal erschien. In den Vorwahlen im März war sie dort ihrem innerparteilichen Rivalen Bernie Sanders deutlich unterlegen. „Hillary muss Boden gut machen“, sagt Craig Hughes, der 2012 für den letztlich erfolgreichen Wahlkampf Obamas in Colorado verantwortlich war. „Aber verglichen mit Trump ist Hillary in einer weit, weit besseren Position.“

Clintons Team gibt dort von Juli bis zum Wahltag im November 2,4 Millionen Dollar (2,2 Millionen Euro) für Werbespots im Fernsehen aus, die Organisation Priorities USA, die Clinton unterstützt, weitere 13,6 Millionen. In Nevada setzt Clinton zwei Millionen ein, Priorities USA 10,4 Millionen. In beiden Staaten haben weder Trump noch größere Organisationen, die ihn unterstützen, Werbezeiten gebucht. Lediglich der politische Arm der Waffenlobby National Rifle Association (NRA) wendet kleinere Summen auf - 155 000 Dollar in Colorado und 98 000 in Nevada -, um Clintons Amtsführung in ihrer Zeit als Außenministerin anzugreifen. Clinton hat schon vor mehr als einem Jahr Mitarbeiter nach Nevada entsandt, seit fast einem Jahr sind ihre Leute in Colorado präsent. Trump hat einen Wahlkampfdirektor für Colorado und einen Regionaldirektor Südwest in Nevada.

Und wo schon ein Sieg in Colorado für Trump schwierig werden dürfte, könnten Nevada und New Mexico mit ihrer größeren hispanischen Bevölkerung unerreichbar für ihn sein. Der Anteil der hispanischen Wähler in Nevada hat sich seit 1980 auf schätzungsweise 22 Prozent der Wählerschaft mehr als verdoppelt. In New Mexico hat fast die Hälfte der Bevölkerung hispanische Wurzeln. Genau diese Bevölkerungsgruppe hat Trump mehrfach vor den Kopf gestoßen: mit seiner Forderung, eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zu bauen, seinen Plänen, die rund elf Millionen illegal in den USA lebenden Einwanderer zu deportieren, und indem er manche mexikanische Einwanderer als Drogenschmuggler und Vergewaltiger bezeichnete.

Der republikanische Wahlkampfstratege für Nevada, Ryan Erwin, sagt, Trump könnte den Unmut lindern, wenn er sich persönlich darum bemühen würde. Doch Trump setzt, wie in allen umkämpften Staaten, auf das Nationalkomitee der Republikaner. „Es gibt Grenzen dessen, was ein einzelner Präsidentschaftskandidat tun kann“, sagt Trumps Wahlkampfdirektor für Colorado, Patrick Davis. „Man muss alle Kommunikationsmittel nutzen, um es zu schaffen.“

Trumps Äußerungen, sein später Wahlkampfstart und Clintons vergleichsweise hoher Organisationsgrad in Colorado sorgen bei ihrer Wahlkampfdirektorin für den Staat, Emmy Ruiz, für vorsichtigen Optimismus. „Ich glaube, die Chancen stehen gut für uns. Aber ich glaube auch, dass sie nicht so gut stehen, dass wir uns ausruhen können.“

Für Clinton spricht auch, dass die Demokraten im April erstmals seit 1994 bei den Wählerregistrierungen vor den Republikanern lagen. Seit 2012 stieg die Zahl der demokratischen Registrierungen in Colorado um 7,5 Prozent, die der Republikaner um fünf Prozent. In Nevada übersteigt die Zahl der registrierten Demokraten die der Republikaner um mehr als 70 000, bis zum Wahltag könnte der Abstand auf 120 000 anwachsen. Bei insgesamt 1,5 Millionen Wählern in dem Staat kann dies eine entscheidende Menge sein. „Sofern die Republikaner nicht ebenso viel Geld in die Wählerregistrierung stecken wie die Demokraten hier, werden die Republikaner zurückfallen“, sagt der Stratege Erwin.

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