Donald Trump und das US-Militär: Politiker kritisieren Ausschluss von Transgender-Soldaten

Donald Trump und das US-Militär: Politiker kritisieren Ausschluss von Transgender-Soldaten

, aktualisiert 27. Juli 2017, 08:52 Uhr
Quelle:Handelsblatt Online

Donald Trump will Transgender vom Militärdienst ausschließen. Die Entscheidung des US-Präsidenten hat zu scharfer Kritik vonseiten Politikern und LGBT-Gruppen geführt. Das Verteidigungsministerium schweigt bislang.

WashingtonDie Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, keine Transgender beim Militär zuzulassen, hat zu scharfer Kritik vonseiten Politikern und LGBT-Gruppen geführt. Die Entscheidung sei falsch und lenke von wichtigeren Problemen ab, sagte der ehemalige US-Vizepräsident Al Gore am Mittwoch (Ortszeit) der Nachrichtenagentur AP. Er denke, Trump habe sich zuvor nicht mit Leitern des Militärs abgesprochen, so Gore. Das Pentagon oder Verteidigungsminister James Mattis äußerten sich zunächst nicht.

Die US-Regierung werde in Zukunft keine Transgender-Personen mehr im Militärdienst akzeptieren, egal welche Funktion sie dort ausfüllten, schrieb Trump zuvor auf Twitter. Transgender, also Personen, die sich nicht mit ihrem Geburtsgeschlecht identifizieren, hatten erst seit vergangenem Jahr das Recht, im Militärdienst eine Änderung ihres Geschlechts zu beantragen.

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Das Pentagon weigerte sich, Daten darüber zu veröffentlichen, wie viele Transgender derzeit im Militär tätig sind. Schätzungen gehen davon aus, dass zwischen 1320 und 6630 von insgesamt 1,3 Millionen aktiven Soldaten Transgender sind. Bei Nachfragen verwies das Pentagon auf das Weiße Haus, auch Verteidigungsminister Mattis blieb nach Trumps Äußerungen zunächst stumm. Ein Sprecher des Pentagons, Jeff Davis, sagte das Pentagon arbeite mit dem Weißen Haus zusammen, um „sich mit der neuen Leitlinie auseinanderzusetzen“.

Am New Yorker Times Square versammelten sich mehrere Hundert Menschen vor einem Rekrutierungszentrum des Militärs. Sie hielten Schilder nach oben, mehrere Sprecher hielten Reden gegen den Ausschluss von Transgender aus dem militärischen Dienst. Auch in San Francisco versammelten sich Hunderte Menschen. Sie trugen pinke und blaue Fahnen bei sich und Schilder mit der Aufschrift „Trans-Leben sind keine Belastung“. Bei den Protesten blieb es friedlich.

Trump begründete seine Entscheidung mit den Worten, dass das US-Militär sich darauf konzentrieren müsse, entschlossen und siegreich zu sein und sich nicht mit den medizinischen Kosten und Störungen belasten könne, die mit dem Einsatz von Transgendern einher gingen. Trump habe eine militärische Entscheidung getroffen, teilte die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Huckabee Sanders, mit. Trump habe Mattis seine Entscheidung umgehend mitgeteilt.

Unter Ex-Präsident Barack Obama hatte dessen Verteidigungsminister Ashton Carter vergangenes Jahr im US-Militärapparat tätigen Transgendern medizinische Versorgung zugestanden und ihnen ermöglicht, ihr Geschlecht zu ändern und das auch im Personalsystem des Pentagons zu verankern.

Auch Carter äußerte sich nach Trumps Äußerungen: Er bleibe dabei, dass die Qualifikation für den Dienst das wichtigste Kriterium seien, schrieb Carter in einer Erklärung. Militärisches Personal nach anderen Punkten auszusuchen sei eine soziale Strategie und habe nichts im Militär verloren, so Carter. Der republikanische Senator und Kriegsveteran John McCain sagte, Trump liege einfach falsch. Jedem Amerikaner, der die medizinischen Standards erfülle, sollte es erlaubt sein, zu dienen. Es gäbe keine Gründe, Militärmitarbeiter, die fit für den Dienst seien auszuschließen, ohne Rücksicht auf ihre geschlechtliche Identität.

Quelle:  Handelsblatt Online
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