Donald Trumps Familie: Freiheit für Barron

Donald Trumps Familie: Freiheit für Barron

, aktualisiert 24. Januar 2017, 11:35 Uhr
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„Barron Trump verdient die Chance, die jedes Kind hat – nämlich ein Kind zu sein“, schrieb Chelsea Clinton.

von Martin DowideitQuelle:Handelsblatt Online

Das Phänomen Trump führt zu Übersprungshandlungen bei Komikern und Medien. Man kann von dem neuen US-Präsidenten halten, was man will – das Verspotten seines minderjährigen Sohns muss tabu sein. Ein Kommentar.

Die US-Comedy-Autorin Katie Rich ist vom US-Fernsehsender NBC suspendiert worden. Sie hatte über den zehnjährigen Sohn von US-Präsident Donald Trump getwittert: Barron Trump werde wohl der erste Amokläufer werden, der in einer „Homeschool“ – also beim Heimunterricht der Eltern – um sich schießen werde. Das war völlig daneben – Rich entschuldigte sich später für den Tweet.

In Deutschland hat auch Komiker Jan Böhmermann den Minderjährigen verspottet, wenn auch weniger derb. Doch Zorn über Donald Trump sollte nicht dazu führen, auch Barron zum Objekt beißender Kritik zu machen. Selbst wenn Trump seine Familie offensiv inszeniert: Barron ist ein Kind.

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Vor solchen Übersprungshandlungen ist selbst die politisch links orientierte „taz – die tageszeitung“ nicht gefeit. Sie schrieb in ihrer Kolumne „Was fehlt...“ darüber, dass Chelsea Clinton – Tochter von Ex-Präsident Bill Clinton und Trumps Rivalin im Wahlkampf, Hillary Clinton – Barron Trump gegen Angriffe schützte. „Barron Trump verdient die Chance, die jedes Kind hat – nämlich ein Kind zu sein“, hatte Chelsea Clinton geschrieben. Und die taz fügte an: „Das kann sich jeder mal überlegen, bevor er das nächste Barron-Meme teilt.“

Das ließ die Redaktion jedoch nicht davor zurückschrecken, eine Bildergalerie mit Fotos von Barron Trump zu veröffentlichen, die „mit einer außergewöhnlichen Eigenschaft“ des Zehnjährigen auf Klickfang ging: „Immer, wenn die Fotografen abdrücken, schafft es Barron, in eine völlig andere Richtung zu gucken als alle anderen.“ Es folgen mehrere Bilder, die zeigen, wie das Kind auf Bühnen in eine andere Richtung schaut als seine Eltern.

Auf der Facebook-Seite der taz ist diese Darstellung heftig kritisiert worden. Zu Recht. Scharfe Kritik an Donald Trump gehört zu einer journalistischen Begleitung einer Präsidentschaft. Doch es gibt Grenzen – Spott über ein Kind ist eine solche Grenze.

Quelle:  Handelsblatt Online
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