Douglas Holtz-Eakin: Riesige Probleme

Douglas Holtz-Eakin: Riesige Probleme

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Douglas Holtz-Eakin, Präsident des konservativ-liberalen Thinkttanks American Action Forum.

von Malte Fischer

Der US-Ökonom kritisiert die amerikanische Notenbank - und fordert radikale Sparmaßnahmen.  

Herr Holtz-Eakin, die Konjunktur in den USA scheint sich zu beleben. Waren die Ängste vor einer Rezession übertrieben?

Holtz-Eakin: Ich habe die Rezessionssorgen nie geteilt. Die US-Wirtschaft hat sich nach der Lehman-Pleite kontinuierlich erholt. Allerdings blieb die Aufwärtsbewegung blutleer, und es gelang nicht, die Arbeitslosigkeit nennenswert zu senken. Konjunktursensible Sektoren wie die Bau- und Automobilwirtschaft liegen weiter am Boden. Der Neubau an Häusern erreicht derzeit nicht einmal die Hälfte dessen, was unter Berücksichtigung des Bevölkerungswachstums notwendig ist.

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Was kann die US-Konjunktur antreiben?

Die Impulse müssen von den Unternehmensinvestitionen kommen. Deren Dynamik ist noch zu gering. Was auch daran liegt, dass die Wirtschaftspolitik die Rahmenbedingungen nicht richtig gestaltet.

Was meinen Sie damit?

Das US-Steuersystem ist viel zu kompliziert, die Steuersätze sind im internationalen Vergleich zu hoch. Das schreckt international tätige Unternehmen ab. Amerika entgehen dadurch Investitionen. Dazu kommt, dass die Schuldenspirale Ängste vor dramatischen Steuererhöhungen in der Zukunft weckt.

Die Demokraten halten höhere Steuern aber für unabdingbar, um den Haushalt zu sanieren.

Das Haushaltsloch ist viel zu groß, als dass es sich durch höhere Steuern schließen ließe, ohne die Leistungsanreize zu zerstören. Der Haushalt kann daher nur durch Ausgabenkontrolle saniert werden. Dazu muss die Politik den Rotstift bei allen Ausgabeblöcken ansetzen, bei der teuren Gesundheitsversorgung, den Rentenausgaben und den Verteidigungsausgaben.

Noch zahlen die USA niedrige Zinsen für Kredite.

Wann verlieren die Kapitalmärkte die Geduld mit Amerika?

Die Angst vor einem Auseinanderbrechen des Euro lässt die USA als sicheren Hafen erscheinen. Das kann sich schnell ändern. Ebben die Probleme im Euro-Raum ab, könnten die Zinsen in den USA ebenso rasch in die Höhe schnellen wie in den Peripheriestaaten Europas. Amerika ist dagegen nicht immun. Unsere Staatsschulden übertreffen die Wirtschaftsleistung eines Jahres, und die Wirtschaft ist von kurzfristigen Kapitalzuflüssen aus dem Ausland abhängig. Das sind typische Merkmale für ein Land, das auf riesige Probleme zusteuert.

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