Drohende Staatspleite: Banken springen Argentinien zu Hilfe

Drohende Staatspleite: Banken springen Argentinien zu Hilfe

Rettung in letzter Minute? Banken wollen die Schulden Argentiniens im Hedgefonds-Streit übernehmen. Doch die Kläger müssten einen Schuldenschnitt akzeptieren.

Im Streit mit Gläubigern winkt Argentinien in letzter Minute ein Hilfsangebot von Banken zur Abwehr der drohenden Staatspleite. Ein Konsortium aus Finanzhäusern will die Schulden des Landes bei den klagenden Hedgefonds übernehmen, wie ein mit dem Angebot vertrauter Bankvertreter am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters sagte. Gespräche darüber stünden aber noch aus. Zudem müssten die Kläger in New York einen Schuldenschnitt akzeptieren.

Mit der Offerte soll eine Zahlungsunfähigkeit abgewendet werden, die mit Ablauf der Frist im Schlichtungsverfahren um Mitternacht (Donnerstag, 06.00 MESZ) droht. Dem südamerikanischen Land, das bereits 2002 pleiteging, läuft bei den Verhandlungen mit den Gläubigern die Zeit davon.

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Kampf gegen Staatspleite Argentinien trifft sich mit Hedgefonds

Argentinien droht die Einstufung als „technisch zahlungsunfähig“. Die drohende Staatspleite soll nun in letzter Minute abgewendet werden. Es gab ein erstes Gespräch mit den gegnerischen Hedgefonds.

huGO-BildID: 38417582 epa04334069 A handout picture provided by Argentina's Government Cabinet shows Government minister Jorge Capitanich during a press conference in Buenos Aires, Argentina, 28 July 2014. A delegation from the Economy ministry will travel to New York for a meeting with negotiators who are looking for an agreement between Argentina and the investments funds. EPA/Ricardo Ceppi / Argentina's Goverment Cabinet HANDOUT EDITORIAL USE ONLY +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Der argentinische Wirtschaftsminister Axel Kiciloff traf im Laufe des Tages in New York ein, um sich persönlich in die Gespräche einzuschalten. Die Regierung in Buenos Aires weigert sich bislang, den Hedgefonds die von einem New Yorker Gericht zugesprochenen 1,33 Milliarden Dollar plus Zinsen auszuzahlen. Die von Argentinien als "Geierfonds" geschmähten Finanzhäuser hatten die Anleihen mit einem kräftigen Preisnachlass erworben, einen Schuldenschnitt verweigert und dann auf volle Auszahlung geklagt.

Mit der Mehrzahl der Gläubiger hatte sich Argentinien dagegen arrangiert und damit die Krise zwischenzeitlich entschärft. Verstreicht die aktuelle Frist ungenutzt, wird Argentinien für zahlungsunfähig erklärt. Bereits 2002 rutschte das Land in Folge einer Wirtschaftskrise in die Pleite. Anders als damals, als in Argentinien Unruhen ausbrachen, dürfte es diesmal allerdings nicht zu Verwerfungen an den internationalen Finanzmärkten kommen. Das südamerikanische Land ist bereits weitgehend von den Kapitalmärkten abgeschnitten und spielt an den Anleihenmärkten keine große Rolle. Auch innenpolitisch ist Argentinien nicht mehr so instabil wie zu Beginn des Jahrhunderts, auch wenn die galoppierende Inflation bei einer erneuten Staatspleite weiter anziehen und die Landeswährung Peso an Wert verlieren dürfte.

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Die Regierung spielt nach Ansicht von Beobachtern auf Zeit und will das Verfahren hinauszögern. Sollte es ausgesetzt werden, könnte Argentinien die Gespräche nächstes Jahr fortsetzen. Dann können sich Gläubiger, die den Schuldenschnitt akzeptiert haben, nicht mehr auf eine Klausel zur Besserstellung berufen. Die Regelung läuft Ende Dezember aus. Da sich mehr als 90 Prozent der Gläubiger auf den Schuldenschnitt eingelassen haben, muss Argentinien bei einer Auszahlung der Hedgefonds ohne Abschlag eine Prozesslawine fürchten.

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