Druck in Ukraine-Krise steigt: Erbitterte Gefechte um Donezk

Druck in Ukraine-Krise steigt: Erbitterte Gefechte um Donezk

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Die Lage in der Ukraine wird dramatischer.

Die Lage der Menschen in der umkämpften Ostukraine wird immer erschütternder. Russland, Ukraine und der Westen ringen um Hilfslieferungen in das Krisengebiet.

Angesichts der immer dramatischeren humanitären Situation in der Ostukraine dringt Russland auf Hilfslieferungen in das umkämpfte Gebiet. Außenminister Sergej Lawrow sagte am Montag, die Details seien mit der ukrainischen Führung abgesprochen. Eine Bestätigung aus Kiew lag zunächst nicht vor. Die prorussischen Separatisten in der Großstadt Donezk berichteten von schwerem Artilleriebeschuss durch die ukrainischen Regierungstruppen.

Russland hat vorgeschlagen, in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Roten Kreuz (IRK) Medikamente in die Ostukraine zu liefern. Die Regierung in Kiew befürchtet, dass unter diesem Vorwand auch Kämpfer und Waffen über die Grenze geschafft werden könnten. Sie will in Russland überdies keinen Propaganda-Vorteil durch humanitäre Aktionen verschaffen.

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Russlands Außenminister Lawrow äußerte die Hoffnung, dass eine Hilfsmission des Roten Kreuzes bald beginnen könne. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso sagte dem ukrainischen Staatschef Petro Poroschenko in einem Gespräch 2,5 Millionen Euro für einen solchen Einsatz zu. Die Bundesregierung forderte Moskau auf, nur mit Kiew abgestimmte Hilfskonvois in das Gebiet zu schicken.

Wegen der blutigen Kämpfe in der Ostukraine riet die Regierung in Kiew den Bewohnern der umkämpften Regionen zur Flucht. „Für Zivilisten ist es besser, Donezk und Lugansk zu verlassen“, sagte Andrej Lyssenko vom Sicherheitsrat. Die „Anti-Terror-Operation“ werde fortgesetzt, in jeder Stadt gebe es Fluchtkorridore. Die Armee müsse schnell handeln, damit die prorussischen Separatisten sich nicht neu formieren und mit Nachschub ausrüsten könnten.

Separatisten-Anführer Alexander Sachartschenko teilte mit, seine Kämpfer seien für einen Gegenangriff bereit. Sie seien ausreichend dafür bewaffnet, sagte er.

Schwerer Angriffe

In Donezk wird die Lage immer dramatischer. Mehrere Gebäude, darunter Wohnhäuser, wurden nach Angaben der Stadtverwaltung bei schwerem Artilleriebeschuss getroffen. Demnach wurde auch ein Straflager beschossen. In der anschließenden Panik seien 106 Häftlinge geflohen. Mehr als 30 von ihnen kamen aber nach Angaben des ukrainischen Strafvollzugs wenig später wieder zurück. Ein Häftling kam bei dem Angriff ums Leben, 18 Menschen wurden verletzt.

Ein Armeesprecher in Kiew erklärte, das Militär ziehe den Belagerungsring um Donezk immer enger. „Mehrere Stützpunkte der Terroristen wurden attackiert“, sagte er. Die moskautreuen Aufständischen fordern eine Waffenruhe, verlangen aber, dass sich die Regierungstruppen aus der Ostukraine zurückziehen. Die Führung in Kiew lehnt eine Feuerpause ab und fordert, dass die Aufständischen zunächst ihre Waffen niederlegen.

Auch in Lugansk gilt die Lage als zunehmend aussichtslos für die Menschen. Am Montag waren bereits den neunten Tag in Folge rund 250 000 Bewohner bei Sommerhitze ohne Strom und Wasser, wie der Stadtrat mitteilte. Zahlreiche Geschäfte waren geschlossen.

Tausende Verletzte

Seit Beginn des Militäreinsatzes der prowestlichen Regierung in der Ostukraine seien inzwischen 568 Soldaten getötet und 2120 verletzt worden, sagt Lyssenko. Die sogenannte Anti-Terror-Operation begann im April, in den vergangenen Wochen nahm die Armee vor allem die Städte Donezk und Lugansk ins Visier. Der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk sagte beim Besuch eines Militärkrankenhauses, es seien 50 000 junge Männer an dem Einsatz beteiligt.

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Mehr als drei Wochen nach dem mutmaßlichen Abschuss des malaysischen Flugzeugs MH17 teilten die Separatisten in dem von ihnen kontrollierten Absturzgebiet mit, alle Leichenteile und privaten Gegenstände der 298 Opfer geborgen zu haben. „Wir haben die letzten Überreste unter Wrackteilen entdeckt und der ukrainischen Seite übergeben“, sagte Separatistenanführer Andrej Purgin. Seine Anhänger hätten das Trümmerfeld bei Grabowo komplett abgesucht.

Von internationalen Experten gab es zunächst keine Bestätigung. Die Helfer hatten das Gebiet nach der Tragödie vom 17. Juli abgesucht, mussten die Region aber zuletzt wegen der Gefechte verlassen.

Der UN-Sicherheitsrat kann nach eigenen Angaben keine rasche Wiederaufnahme der Untersuchungen im Absturzgebiet durchsetzen. Das erklärte der derzeitige Ratspräsident, Großbritanniens UN-Botschafter Mark Lyall Grant, nach Angaben der niederländischen Nachrichtenagentur ANP am Montag in Den Haag.

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