Durban-Ergebnisse: Einigung auf ein Kompromisspaket

Durban-Ergebnisse: Einigung auf ein Kompromisspaket

, aktualisiert 11. Dezember 2011, 09:54 Uhr
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EU-Kommissarin Connie Hedegaard.

von Klaus StratmannQuelle:Handelsblatt Online

Ein Scheitern des Weltklimagipfels in Durban ließ sich verhindern. Die Ergebnisse sind jedoch enttäuschend. Klimaschützer üben Kritik.

DurbanDer Klimagipfel von Durban ist beendet. Am Sonntag gegen vier Uhr in der Frühe verständigten sich die Unterhändler aus 194 Staaten auf ein Kompromisspaket. Erstmals gelang es, alle großen Klimasünder in die Pflicht zu nehmen. Allerdings bleiben große Schlupflöcher.

Der 17. Weltklimagipfel, der ursprünglich bereits am vergangenen Freitag hatte enden sollen, stand in seiner Verlängerungsphase am Wochenende kurz vor dem Scheitern. Erst in einer informellen Runde unter südafrikanischem Vorsitz gelang es den Vertretern aus 30 Staaten auf drei wichtigen Feldern die entscheidenden Kompromissformeln zu finden.

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Einerseits verständigten sich die Kyoto-Staaten auf die Grundzüge einer zweiten Verpflichtungsperiode für das Kyoto-Protokoll. Die erste Verpflichtungsperiode läuft Ende 2012 aus. Sie schreibt einer Reihe von Industriestaaten rechtlich verbindlich Emissionsreduktionen vor. Im ersten Halbjahr des kommenden Jahres wollen sich die zu Emissionsreduktionen verpflichteten Staaten auf die Ziele der zweiten Verpflichtungsperiode verständigt haben.

Welche Zeitspanne die zweite Periode umfassen wird, ist noch nicht klar. Sie könnte 2013 beginnen und 2017 oder 2020 enden. Die Relevanz des Kyoto-Protokolls hat allerdings stark abgenommen: Lange vor der Konferenz in Durban hatten mit Kanada, Japan und Russland drei große Treibhausgasemittenten erklärt, sie stünden für eine zweite Verpflichtungsperiode nicht zur Verfügung. Die verbliebenen Staaten stehen nur noch für 15 Prozent der weltweiten Emissionen.

Aus Sicht der Europäer war es daher besonders wichtig, über das Kyoto-Protokoll hinaus auch andere große Emittenten möglichst verbindlich auf Emissionsreduktionen einzuschwören. Dieser zweite Verhandlungsstrang brachte allerdings nur ein wachsweiches Resultat: Bis 2015 soll ein entsprechenden Abkommen erarbeitet werden und bis 2020 durch ein "Verfahren mit Rechtskraft" umgesetzt werden. Der Grad der rechtlichen Verbindlichkeit dieser Regelung ist noch unklar.

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