Einblick: Donald Trump und das Streben nach Unglück

kolumneEinblick: Donald Trump und das Streben nach Unglück

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Trump bei einer Wahlveranstaltung

Kolumne von Miriam Meckel

Donald Trump steht mit den Werten der US-Verfassung auf Kriegsfuß. Das ist nicht nur juristisch, sondern auch ökonomisch ein Problem.

Vielleicht ist es eine biblische Prüfung, der sich das amerikanische Volk derzeit unterziehen muss. Statt Heuschrecken, Pest oder Finsternis ist Donald Trump über die Amerikaner gekommen. Sie halten ihn nicht nur aus. Ein erschreckend großer Teil der Bevölkerung glaubt, er sei Moses, und wartet darauf, dass er nach dem Wahltag mit gezogenem Schwert vorangeht, das Wasser teilt und sie wieder ins Gelobte Land führt.

Doch wenn, was die US-Politik in diesen Tagen als Visitenkarte an die Welt abgibt, Regierungspraxis wird, ist es innerhalb weniger Wochen gelungen, eine demokratische und zivilisatorische Tradition zu zerstören, die weltweit Vorbildcharakter hatte. Dann wird Trump das Land tatsächlich teilen in ein paar Höchstprofiteure, an der Spitze er selbst, und einen großen Stall voller armer Säue.

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Donald Trump steht mit allen Werten auf Kriegsfuß, die in der Präambel zur Verfassung der Vereinigten Staaten 1787 niedergelegt sind. Im zweiten Duell zu Wochenbeginn kündigte er an, er wolle Hillary Clinton ins Gefängnis stecken, wenn er Präsident werde. Das ist kein Witz, sondern eine Drohung, deren Tiefenschärfe erst im zweiten Blick offenkundig wird. Institutionen wie der Rechtsstaat sind Trump egal. Rechtsstaatlichkeit als Grundlage von Demokratie ist für ihn Manövriermasse nach eigenem Gutdünken. So klar hat sich noch nie ein Präsidentschaftskandidat von der Verfassungsgrundlage der USA losgesagt.

Trump keilt gegen Republikaner aus Das politische System in den USA ist krank

Die größte Demokratie der Welt erlebt einen peinlichen Wahlkampf: zwei schwache Kandidaten und eine konservative Partei im Chaos.

Republican U.S. presidential nominee Donald Trump speaks at a campaign rally in Panama City, Florida, U.S., October 11, 2016. REUTERS/Mike Segar Quelle: REUTERS

Trump hält es für sein Recht, Frauen einfach ans Geschlechtsteil zu fassen, weil er ein Star ist. Man kann das als Brunftgehabe abtun. Aber wer will einen Präsidenten haben, bei dem man die Kinder wegsperren muss, bevor er den Mund aufmacht? Trumps Weltbild beinhaltet es, Menschen zu Gebrauchsgegenständen zu machen. Das widerspricht den allgemeinen Menschenrechten, wie die Präambel zur Verfassung der USA sie enthält.

Dort steht auch der berühmte Satz über das Recht auf Freiheit und das Streben nach Glück („pursuit of happiness“). Wenn Trump eine Mauer zu Mexiko bauen lassen will (die natürlich die Mexikaner bezahlen sollen), mag sich das zunächst nach außen richten. Die unsichtbaren Mauern, die er über protektionistische Maßnahmen, wie Strafzölle und gekündigte Handelsabkommen gegenüber der restlichen Welt, hochzieht, richten sich auch nach innen und werden die Freiheit der Amerikaner massiv beschränken. Vor allem werden sie nicht zu wachsendem Wohlstand beitragen.

Eine ganze Riege von Ökonomen hat die wirtschaftlichen Folgen eines Trump-Sieges berechnet. Kernaussage: Die USA rutschten in die Rezession, Millionen Jobs gingen in der Privatwirtschaft verloren, und in den nächsten zehn Jahren wäre die Staatsverschuldung um mehrere Billionen Dollar gestiegen. Auf der abschüssigen Rampe wirtschaftlichen Niedergangs würde das Streben nach Glück ersetzt durch einen zähen Kampf gegen den sozialen Abstieg.

Die US-Verfassung sieht vor, dass eine ungerechte Regierung gestürzt werden muss. Einfacher wäre es, das Volk würde einen Mann gar nicht wählen, der ihnen Glücksversprechen vorgaukelt und dabei ihre Rechtsansprüche wie einen Teppich unter dem Hintern wegzieht.

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