Einschränkungen am Anleihemarkt: Die EU-Sanktionen gegen Russland sind nur Symbolik

KommentarEinschränkungen am Anleihemarkt: Die EU-Sanktionen gegen Russland sind nur Symbolik

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Die EU-Sanktionen gegen Russland werden den Unternehmen kaum Probleme bereiten

Die neuen EU-Sanktionen lassen die betroffenen russischen Energieunternehmen kalt. Auch deutsche Anleihe-Investoren müssen sich keine Sorgen machen.

Die EU dreht russischen Unternehmen den Geldhahn zu. Fünf Banken, drei Energie- und drei Rüstungskonzerne dürfen sich seit Freitag in Europa kein Geld mehr beschaffen. Konkret: Sie können keine neuen Anleihen oder Aktien in der EU anbieten. Betroffen sind unter anderem die Energieriesen Gazprom Neft (Öl), Rosneft (Öl) und Transneft (Öl-Pipelines).

Nicht direkt bestraft die EU hingegen den russischen Gaskonzern Gazprom. Der beliefert in der EU unter anderem Deutschland über die Ostseepipeline mit Erdgas. Das sanktionierte Gazprom Neft ist ein eigenständiges Unternehmen, das sich aber seit 2005 zum Großteil im Besitz Gazproms befindet.

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Allerdings ist das Verbot eher symbolische Maßnahme denn drakonische Strafe. „Die Sanktionen haben keinen unmittelbaren Einfluss auf die Zahlungsfähigkeit der Konzerne“, sagt Stephane Major. Er verwaltet für die Privatbank Edmond de Rothschild einen Fonds, der in Schwellenländer-Anleihen investiert. „Diese Unternehmen können auch gut ein Jahr ohne neue Kredite auskommen.“

"Russland wird helfen"

Außerdem hätten sie die Möglichkeit, neue Anleihen statt in Europa auf dem heimischen oder asiatischen Markt zu begeben. „Der russische Staat wird Ihnen mit Sicherheit auch helfen, falls das nötig wird.“

Die Anleger sahen die Maßnahmen ähnlich gelassen. Gazprom Neft-, Rosneft- und Transneft-Aktien notierten nach Bekanntwerden der Sanktionen an der Moskauer Börse allesamt etwas fester. Auch die Kurse ihrer Unternehmensanleihen bewegten sich kaum. Wäre die EU-Maßnahme eine ernste Gefahr für die Zahlungsfähigkeit der Unternehmen, hätten sie drastisch verlieren müssen.

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Verschiedene Medien hatten berichtet, dass der Handel mit diesen Anleihen in Europa überhaupt nicht mehr möglich ist. Das ist jedoch falsch. Das Verbot richtet sich nur gegen Neuemissionen von Anleihen und Aktien. Laufende Papiere von Gazprom Neft, Rosneft oder Transneft können Anleger an deutschen und anderen europäischen Börsen weiterhin kaufen und verkaufen. Wer bereits Anleihen hat, bekommt auch weiterhin Kouponzahlungen.

Wie lange die Sanktionen in Kraft bleiben, teilte die EU nicht mit. Auch Fondsmanager Major will dazu keine genaue Prognose abgeben. „Wenn sich die Lage in der Ostukraine aber wieder entspannt, wird die EU auch die Sanktionen wieder aufheben.“

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