Elektrokonzern: Ein Chinese wird Siemens-Chef in Peking

Elektrokonzern: Ein Chinese wird Siemens-Chef in Peking

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Peter Loescher, Vorstandsvorsitzendr der Siemens AG. Mit Mei Wei Cheng steht in China erstmals ein Chinese an der Spitze.

von Matthias Kamp

Lange hatte Siemens-CEO Peter Löscher es angekündigt, jetzt ist es offiziell: Ein Chinese leitet künftig die Geschäfte des Münchner Konzerns im Reich der Mitte. Mei Wei Cheng wird vermutlich im Sommer das Ruder übernehmen.

Lange hatte Siemens-CEO Peter Löscher es angekündigt, jetzt ist es offiziell: Ein Chinese leitet künftig die Geschäfte des Münchner Konzerns im Reich der Mitte. Mei Wei Cheng wird vermutlich im Sommer das Ruder übernehmen.

Dass Siemens einen Chinesen zum neuen Chef für das Chinageschäft macht, sei „ein echter Coup“, findet ein europäischer Wirtschaftsvertreter in Peking. Mei Wei Cheng sei im Reich der Mitte exzellent verdrahtet, vor allem seine Kontakte zu Behörden und Regierungsstellen seien exzellent. Voraussischtlich im Sommer dieses Jahres wird Mei Wei Cheng sein neues Amt in Peking antreten. Zunächst, so heißt es bei Siemens, werde es aber eine „Übergangsphase“ geben, in der auch noch der bisherige Siemens-Chef Richard Hausmann an Bord ist.

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Chengs gute Kontakte zur Pekinger Regierung wird Siemens brauchen können. Im Geschäftsjahr 2009 war der China-Umsatz des Konzerns um sieben Prozent gewachsen und lag damit weit unter der von Hausmann beschworenen Zielmarke, nach der das Chinageschäft des Unternehmens doppelt so schnell wachsen soll wie die chinesische Wirtschaft. Im vergangenen Jahr expandierte Chinas Bruttoinlandsprodukt um fast elf Prozent. Ursache des schwächeren Wachstums war zum einen die weltweite Krise, die kurzzeitig auch China erfasst hatte. Gleichzeitig aber hat die Regierung die Zutrittsbarrieren zum chinesischen Markt für ausländische Unternehmen in letzter Zeit deutlich erhöht. Zeitweise hieß es in der Regierung in Peking, von dem Konjunkturprogramm Chinas sollten vor allem chinesische Unternehmen profitieren. Bei Siemens in Peking hatte man die „Buy-Chinese“-Vorgaben mit Irritationen zur Kenntnis genommen. Hier wird der 60-jährige Cheng ansetzen müssen.

Cheng ist in Taiwan, das Peking als abtrünnige Provinz bezeichnet, geboren und später in die USA gezogen. An der Cornell University in New York, absolvierte der Chinese, dem ein europäischer Wirtschaftsvertreter in Peking eine „sehr amerikanische Denke“ bescheinigt, ein Ingenieurstudium. Außerdem hält er einen MBA der amerikanischen Rutgers University. Seine Karriere begann der Chinese 1972 in Amerika bei dem Telekomkonzern AT&T, dessen Asiengeschäft er zeitweise steuerte. Später wechselte Cheng, der die amerikanische Staatsangehörigkeit hat, zum Siemens-Konkurrenten General Electric. Dort stieg er zum CEO für das Chinageschäft auf. Von 1998 bis 2008 steuerte Cheng als CEO das Chinageschäft des amerikanischen Autoherstellers Ford. 

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