Embargo: Syrien geht der Sprit aus

Embargo: Syrien geht der Sprit aus

Bild vergrößern

Die Kämpfe in Syrien gehen weiter, aber durch die europäischen Sanktionen gerät der Staat ins wanken

Eine starke Sanktions-Allianz bringt das Assad-Regime ins Straucheln. Doch noch unterlaufen Verbündete das Embargo.

Sanktionen entfalten Wirkung, allerdings oft ganz anders als geplant. Die Sanktionen gegen Iran schaden der dortigen Wirtschaft, aber auch der Deutschen Bank, gegen die nun US-Behörden ermitteln. Der Vorwurf: Die Deutsche Bank soll Milliardenbeträge für iranische Kunden durch ihre US-Niederlassungen geschleust haben, obwohl USA, EU und UN Geschäfte mit iranischen Banken sanktionieren, um das Atomprogramm zu stoppen. Auf die iranische Aufrüstung haben die Sanktionen bisher keinen Einfluss.

Im Unterschied zum Iran entfalten die Sanktionen einer Allianz aus USA, EU und der Arabischen Liga gegen das syrische Regime ihre Wirkung. „Syriens Devisenreserven werden bis Jahresende aufgebraucht sein. Das Ende der Fahnenstange ist in Sicht“, sagt Heiko Wimmen von der Stiftung Wissenschaft und Politik.

Anzeige

Syriens Wirtschaft ist leichter angreifbar

Die Sanktionen gegen das Regime unter Präsident Baschar al Assad greifen, weil das Land ökonomisch schwach ist: Syrien ist fast neunmal kleiner als Iran, das syrische Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf von 5000 Dollar entspricht weniger als einem Viertel des iranischen. Syriens Wirtschaft ist wenig diversifiziert und damit leicht angreifbar: 15 Prozent des BIPs bringt die Tourismusbranche, die seit Ausbruch der Unruhen am Boden liegt. 20 Prozent des BIPs kommen aus der Landwirtschaft, deren Ertrag unter extremen Wetterbedingungen schwankt. Mit 30 Prozent stammt der größte Anteil des BIPs aus dem Ölexport. Das Erdöl wurde früher zu rund 90 Prozent in die EU verkauft. Doch seit die EU im September vergangenen Jahres ein Ölembargo über Syrien verhängt hat, sind auch diese Einnahmen weggebrochen.

Handelswege sind dicht

Ironischerweise geht dem Regime nicht nur das Geld, sondern auch der Sprit aus, den die Armee für Panzer, Helikopter und Lastwagen bräuchte. Syrien selbst besitzt keine geeigneten Raffinerien, Rohöl zu Diesel oder Benzin weiterzuverarbeiten, sondern ist auf Importe angewiesen. Jedoch machen das Handelsembargo und die Finanzsanktionen der Allianz viele Handelswege dicht.

Die Devisenreserven des Regimes halbierten sich seit Sanktionsbeginn auf zehn Milliarden Dollar. Deshalb stößt Syrien seine Goldreserven ab, verkauft sie um bis zu 15 Prozent unter Marktpreis. Wohlhabende Syrer dagegen fliehen aus dem syrischen Pfund in den Dollar, kaufen Gold oder horten Bargeld. Syrische Banken haben so bereits zwei Drittel ihrer Einlagen verloren.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%