Emissionshandel: China provoziert die EU

Emissionshandel: China provoziert die EU

Seit dem ersten Januar müssen Fluglinien für das Kohlenmonoxid bezahlen, das sie in die Luft blasen. China weigert sich - es droht ein Flugverbot.

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Zwei Euro teurer würde ein Ticket nach China mit den neuen Abgaben

Eigentlich ist es ganz einfach: Seit 2005 müssen Unternehmen, die besonders viel Schmutz in die Atmosphäre blasen, zahlen. Sie kaufen sogenannte Verschmutzungszertifikate. Wer weniger Verschmutzung angerichtet hat, als er beim Kauf der Zertifikate eingeplant hat, kann den Überschuss an andere Unternehmen verkaufen. Das gleiche Prinzip gilt seit 2012 auch für Fluglinien. Wer im EU-Luftraum fliegt, zahlt.
Ab 2013 können Verschmutzungszertifikate für das komplette Jahr gekauft werden, derzeit wird anteilig gezahlt. Airlines, in deren Heimat es Klimaschutzmaßnahmen für die Luftfahrt gibt, müssen das nicht. Da China sich eher weniger um den Emissionsschutz bei Flugzeugabgasen kümmert, sollen auch chinesische Airlines ihren Teil zum Emissionshandel der EU beitragen und zahlen.

Klimaschutz zu teuer
Und genau das schmeckt Peking nicht. Die Regierung habe es "allen Verkehrsfluggesellschaften in China untersagt, ohne Erlaubnis der zuständigen Regierungsstellen" am EU-Emissionshandel (ETS) teilzunehmen, hieß es in einer Erklärung auf der Internetseite der chinesischen Regierung. Berechnungen der chinesischen Verkehrsbehörde Cata zufolge würde der EU-Emissionshandel die chinesischen Gesellschaften im ersten Jahr etwa 120 Millionen Dollar kosten. Bis 2020 könne sich diese Summe verdreifachen. Das ist der zivilen Luftfahrtbehörde Chinas offenbar zu teuer.

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Für zwei Euro mehr

Ob und wie stark die Ticketpreise durch den Emissionshandel steigen, ist allerdings noch unklar. Die EU-Kommission nannte am Montag Aufpreise von 1,90 Euro pro Passagier für einen einfachen Flug nach China realistisch. Die chinesische Luftfahrtbehörde argumentierte, die seit 1. Januar geltenden Klimaabgaben „widersprechen den betreffenden Grundsätzen des UN-Rahmenabkommens für den Klimawandel und internationalen Luftfahrtvorschriften“. Den Airlines wurde auch untersagt, ihre Preise für Passagiere oder Fracht wegen der Abgabe anzuheben.

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