Energie: Stromsparen zwingt Japaner zum Schwitzen

Energie: Stromsparen zwingt Japaner zum Schwitzen

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Blackout in Tokio

Das Atomdesaster zwingt Japans Wirtschaft und Bürger zum massiven Stromsparen. Trotzdem befürchtet die Industrie weitere Produktionsausfälle.

Energiesparen ist in Japan jetzt Chefsache – die Abkürzung CEO übersetzen vielen Japaner inzwischen mit „Chief Electricity Officer“. Die Führungsetagen der Wirtschaft stehen unter Druck, denn die Regierung verlangt von den Unternehmen, zwischen Juli und September 15 Prozent weniger Strom zu verbrauchen. Anderenfalls drohen gezielte Stromabschaltungen wie im Frühjahr, als viele Fabriken schließen mussten.

Der Versorgungsnotstand ist durch den Ausfall von Atom- und Thermalkraftwerken bei der Tsunami-Katastrophe entstanden. Zwei Drittel der 54 Atommeiler sind vom Netz, und die Unterversorgung mit Energie dürfte noch bis Sommer 2012 dauern. Sicherheitsfragen der lokalen Behörden verzögern das Anfahren stillgelegter Reaktoren.

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Trotz der Installation neuer Gasturbinen kann Tokyo Electric Power (Tepco), Monopolversorger im Großraum Tokio, ab Juli maximal 54 Gigawatt Strom erzeugen. Im vergangenen Sommer stieg die Höchstlast in der Metropole aber auf 60 Gigawatt. Deshalb haben Regierung und Tepco das Stromsparen nun zur nationalen Pflicht erhoben.

Kreatives Sparen

Die Firmen zeigen sich beim „Setsuden“ (Stromsparen) beachtlich kreativ: In der Autoindustrie laufen die Bänder statt donnerstags und freitags am Wochenende, um den Stromverbrauch gleichmäßiger zu verteilen. Zudem greifen die Autobauer vermehrt auf eigene Generatoren zurück. Nissan baut in Büros und Fabriken intelligente Stromzähler zur besseren Verbrauchsregulierung ein. „Unsere Sparmaßnahmen beeindrucken die Welt“, brüstet sich Toshiyuki Shiga, Präsident des Automobilverbandes JAMA. Andere Firmen ziehen teilweise nach Westjapan um. Fujitsu zum Beispiel verlagert 3600 Daten-Server aus Tokio in andere Regionen.

Für die arbeitende Bevölkerung gilt 28 als magische Zahl für die Thermostate der Klimaanlagen, zwei Grad mehr, als in Behörden und Firmen üblich ist. Auch Geschäfte, Kaufhäuser und Restaurants kühlen die Luft weniger herunter, Gleiches gilt für die überfüllten Pendlerzüge. Dabei ist der Sommer in Tokio mörderisch schwül: Vergangenes Jahr kletterte das Thermometer drei Monate täglich über 30 Grad.

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