Entlassung: Alle Pussy-Riot-Mitglieder in Freiheit

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Entlassung: Alle Pussy-Riot-Mitglieder in Freiheit

, aktualisiert 23. Dezember 2013, 09:10 Uhr
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Auch Nadeschda Tolokonnikowa von Pussy Riot ist am Montag aus der Haft entlassen worden.

Die beiden kremlkritischen Mitglieder der Punkband Pussy Riot, Nadeschda Tolokonnikowa und Maria Aljochina, sind am am Montag aus der Haft entlassen worden.

Die beiden Aktivistinnen der kremlkritischen Punkband Pussy Riot sind wieder in Freiheit. Nadeschda Tolokonnikowa verließ am Montag im sibirischen Krasnojarsk ein Haftkrankenhaus - etwa 4000 Kilometer von Moskau entfernt. Zuvor hatte auch ihre Mitstreiterin Maria Aljochina ein anderes Straflager verlassen.

Tolokonnikowas Mann Pjotr Wersilow veröffentlichte im Kurznachrichtendienst Twitter ein Bild, wie die 24-Jährige schon bei Dunkelheit ins Scheinwerferlicht der Medien trat.

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Maria Aljochina verließ am Montag das Straflager in Nischni Nowgorod an der Wolga, wie ihr Anwalt Pjotr Saikin am Montag Agenturen zufolge mitteilte. Die heute 25-Jährige war zu zwei Jahren Straflager wegen Rowdytums verurteilt worden, nachdem sie und andere Bandmitglieder mit einem „Punkgebet“ in der Moskauer Erlöserkathedrale Kremlchef Wladimir Putin kritisiert hatten. Aljochina fiel jetzt unter eine von Putin veranlasste Massenamnestie. Ihre Strafe wäre im März verbüßt gewesen.

Die Aktivistin Aljochina wollte nach Angaben ihres Anwalts von der Wolgastadt ins 400 Kilometer entfernte Moskau reisen. Augenzeugen beschrieben sie beim Verlassen des Lagers als wach und gut gelaunt. Aljochina traf sich zunächst mit Anwälten der Menschenrechtsorganisation „Komitee gegen Folter“. Bei dem Gespräch gehe es um ihre Beschwerden, die sie im Straflager eingereicht habe, sagte der Leiter des Organisation Igor Kaljapin der Agentur Interfax.

Mit einem Gnadenakt hatte Präsident Putin am Freitag auch seinen Erzfeind Michail Chodorkowski nach mehr als zehn Jahren in Haft freigelassen. Der frühere Milliardär reiste nach Berlin aus, wo er Zeit mit seiner Familie verbringt. Seine Zukunftspläne ließ er offen.

Allerdings will Chodorkowski nicht mehr - wie vor seiner Festnahme 2003 - die Opposition finanzieren. Der einst reichste Russe kämpft nach eigenen Angaben auch nicht um Rückgabe seines früheren Eigentums. Chodorkowski war einmal Chef des größten russischen Ölkonzerns Yukos, der nach seiner Festnahme zerschlagen worden war.

Anders als Chodorkowski weigerten sich die Frauen von Pussy Riot - beide junge Mütter - ein Gnadengesuch beim Präsidenten zu stellen. Der Kreml wertet solche Bitten um Gnade als Schuldeingeständnis. Das hatten die in einem international kritisierten Verfahren verurteilten Putin-Gegnerinnen stets abgelehnt. Politiker und Künstler sowie Menschenrechtler hatten sich weltweit immer wieder für eine Freilassung der Pussy-Riot-Frauen eingesetzt.

Die Staatsduma hatte am vergangenen Mittwoch eine Massenamnestie beschlossen, die auch mehrere Gegner Putins betrifft. In Freiheit kamen auch einige Oppositionelle, die vor der Amtseinführung Putins am 6. Mai 2012 wegen angeblich gewaltsamer Ausschreitungen inhaftierten worden waren.

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Im Zuge der Amnestie wurden auch die Verfahren gegen 30 Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace eingestellt. Die Männer und Frauen aus verschiedenen Ländern waren nach einem Protest gegen russische Ölbohrungen in der Arktis festgenommen und dann wegen Rowdytums angeklagt worden. Sie warten auf ihre Ausreise aus Russland.

Dass die Gefangenen nun freikommen, werten Beobachter auch als Kreml-Zugeständnis an den Westen vor den Olympischen Winterspielen, die am 7. Februar in Sotschi eröffnet werden. Mehrere Politiker hatten angesichts der Menschenrechtslage in Russland Reisen ans Schwarze Meer abgesagt.

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