Epidemie in Afrika: WHO stuft Ebola als Internationalen Gesundheitsnotfall ein

Epidemie in Afrika: WHO stuft Ebola als Internationalen Gesundheitsnotfall ein

, aktualisiert 08. August 2014, 11:05 Uhr
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Ein liberianischer Soldat bewacht Menschen, die nach Monrovia wollten. Um die Ebola-Ausbreitung einzudämmen, wird die Bevölkerung in ihrer Bewegung eingeschränkt.

Die Ebola-Epidemie ist von der WHO als Internationaler Gesundheitsnotfall eingestuft worden. Jetzt können weltweit Vorschriften zur Eindämmung erlassen werden - etwa Grenzschließungen und Reisebeschränkungen.

Die Ebola-Epidemie in Westafrika ist zum Internationalen Gesundheitsnotfall erklärt worden. Die Einschätzung wurde einstimmig von den Viren- und Seuchen-Experten des Notfall-Komitees der zuständigen Weltgesundheitsorganisation (WHO) getroffen. Das teilte die WHO am Freitag in Genf mit. Damit kann die Organisation jetzt weltweit Vorschriften zur Eindämmung des Ebola-Ausbruchs erlassen. Möglich sind unter anderem Quarantäne-Maßnahmen wie die Schließung von Grenzen sowie Einschränkungen im internationalen Reiseverkehr.

WHO-Generaldirektorin Margaret Chan gab bekannt, das sie die Empfehlungen des Notfall-Komitees vollständig angenommen hat und damit als weltweit völkerrechtlich verbindliche Gesundheitsvorschriften in Kraft setzt. „Alle Maßnahmen sind darauf gerichtet, eine weitere internationale Ausbreitung (von Ebola) zu verhindern“, sagte sie bei einer Pressekonferenz in Genf.

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Derweil haben die USA die Familien ihrer Diplomaten in Liberia aufgefordert, wegen das Land in den kommenden Tagen zu verlassen. Dies sei eine Vorsichtsmaßnahme, teilte das US-Außenministerium am Donnerstagabend (Ortszeit) in Washington mit. Zugleich gab es bekannt, dass die USA zwölf Spezialisten nach Monrovia schicken, um den liberischen Behörden bei ihren Bemühungen um die Eindämmung der Seuche zu helfen. Zudem werde ein 13-köpfiges Katastrophenhilfeteam der US-Hilfsorganisation USAID nach Liberia entsandt. US-Bürgern riet das Außenministerium in einer Reisewarnung von nicht notwendigen Reisen in das westafrikanische Land ab.

Liberia will mit Hilfe der Armee gegen die weitere Ausbreitung der Ebola ankämpfen. Soldaten sollen an strategischen Kontrollpunkten stationiert werden, um die Bewegungen der Menschen zu beobachten und sie davon abzubringen, von einem Landesteil in den anderen zu reisen. Das kündigte der Verteidigungsminister des westafrikanischen Landes, Brownie Samukai, am Donnerstag in der Hauptstadt Monrovia an. Er appellierte an die Menschen, in ihrem jeweiligen Bezirk zu bleiben.

Die Maßnahme sei im Rahmen des dreimonatigen Ausnahmezustandes rechtmäßig, den Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf am Mittwochabend verhängt hatte. In ihrer Ansprache hatte sie angekündigt, dass einige Bürgerrechte unter Umständen eingeschränkt werden könnten. Die Epidemie bedrohe die Gesellschaft, was Sondermaßnahmen erfordere. Der vor Wochen ausgerufene Notstand habe nicht ausgereicht, um Ebola einzudämmen.

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Die Menschen in Europa müssen sich nach Einschätzung der EU-Kommission wenig Sorgen um eine Ansteckung mit dem Ebola-Virus machen. Das Risiko für Bürger in der EU sei „äußerst gering“, teilte EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg am Freitag in Brüssel mit. „Dies liegt sowohl daran, dass es bei relativ wenigen Menschen, die in die EU reisen, wahrscheinlich ist, dass sie mit dem Virus infiziert sind.“ Zudem sei für eine Ansteckung direkter Kontakt mit den Körperflüssigkeiten eines Erkrankten nötig. Borg erklärte: „Die EU hat die Situation in Westafrika für viele Monate verfolgt und für den unwahrscheinlichen Fall, dass Ebola die EU erreicht, sind wir vorbereitet.“ Die Brüsseler EU-Kommission arbeite mit den Staaten beim Austausch von Informationen und bei Schutzmaßnahmen zusammen.

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