Erdbebenschäden: Japan kommt Rückversicherer teuer zu stehen

Erdbebenschäden: Japan kommt Rückversicherer teuer zu stehen

Für die Milliarden-Schäden in Japan müssen auch deutsche und internationale Rückversicherer aufkommen. An den Börsen gaben ihre Aktien bereits nach.

Schäden von 180 Milliarden Dollar

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Überdimensionales Kunstwerk "Walking Man" vor dem Gebäude der Münchener Rück in München

Auf rund 170 Milliarden bis 180 Milliarden Dollar schätzt die Tokioter Niederlassung der Schweizer Großbank Credit Suisse die gesamten wirtschaftlichen Schäden, die Japan durch die Naturkatastrophe erlitten hat. Das entspreche 40 Prozent dessen, was das schwere Erdbeben 1995 in der japansichen Stadt Kobe angerichtet hatte, errechnete Hiromichi Shirakawa, Chefvolkswirt von Credit Suisse Japan. Allein die versicherten Schäden an Gebäuden beliefen sich auf bis zu 35 Milliarden Dollar, prognostiziert der Versicherungsdienstleister AIR Worldwide, der sich auf Risikoanalysen spezialisiert hat. All dies sind erste Schätzungen, für detaillierte Angaben ist es noch zu früh. Fest steht dagegen, dass wahrscheinlich die großen Rückversicherer am meisten zahlen müssen.Analysten der Investmentbank  Stifel Nicolaus & Co.  aus Baltimore gehen davon aus, dass die internationalen Rückersicherer rund zehn Milliarden Dollar übernehmen müssen. Die Experten rechnen damit, dass die Rückversicherer deshalb die Prämien erhöhen werden.

Moody's sieht Rückversicherer in der Pflicht

Auch die Ratingagentur Moody's erwartet,, dass die großen Rückversicherer der Welt den für die meisten Schäden aufkommen müssen. Betroffen sind laut Moody's Marktführer Munich Re, Swiss Re und Hannover Rück. Erstversicherer wie Zurich Help und die deutsche Allianz haben dagegen in Japan nur einen sehr geringen Marktanteil.

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Allerdings haben die Japaner viele Werte überhaupt nicht versichert. Zudem schließen Versicherung Schäden aus, die Erdbeben und ähnliche Naturkatastrophen an Gebäuden und Reaktoren verursacht haben. Weil Japan häufiger von Erdbeben heimgesucht wird, wenn auch nicht in dieser Stärke wie jüngst, hat der Staat einen Hilfsfonds für Edbeben-Opfer eingerichtet. Da er sich jedoch nicht im Ausland rückversichere, müssen die japanische Regierung sowie die lokalen Versicherer einen großen Teil der Kosten tragen. Besonders bitter ist das für die großen Erstversicherer in Japan; die drei Größten beherrschen fast 90 Prozent des Versicherungsmarktes.

Höhe der Schäden bislang unklar

Der weltweit größte Rückversicherer Munich Re kann die Schäden in Japan noch nicht abschätzen. Wegen der Schwere der Katastrophe und der zahlreichen Auswirkungen auf alle Wirtschafts- und Lebensbereiche der Japaner werde es noch eine Weile dauern, bis die Summe zumindest einigermaßen abzusehen sei, heißt es. „Unser Mitgefühl und unsere Anteilnahme gilt dem japanischen Volk, das durch diese Naturkatastrophe unermessliches Leid erfahren hat“, sagt Nikolaus von Bomhard, Vorstandsvorsitzender von Munich Re. „Wir fühlen uns unseren japanischen Kunden und dem Land insgesamt sehr verbunden.“ Für das Unternehmen stehe fest, dass man seinen Beitrag zur Schadenbewältigung leisten werde. Jedoch träfen beispielsweise die Unfälle in den japanischen Atomkraftwerken die private Versicherungswirtschaft nicht signifikant, erklärt Munich Re.

Auch die internationale Nummer zwei, der Rückversicherer Swiss Re, kann noch keinen Angaben zur Schadenssumme machen. An der  Börse eröffente die Swiss Re-Aktie an diesem Montag allerdings mehr als fünf Prozent schwächer als noch am Freitag, insgesamt verlor das Papier in Zürich 3,5 Prozent. Die Anteilsscheine von Munich Re büßten auf dem Frankfurter Parkett 4,3 Prozent ein. In Europa am stärksten betroffen ist der französische Konzern Scor. Der Rückversicherer verlor heute an der Börse 5,2 Prozent. Damit sind die großen Versicherer heute die Verlierer an den internationalen Börsen.

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