Erdöl: Auf die Scheichs setzen

Erdöl: Auf die Scheichs setzen

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Angolas Ölminister und Opec-Präsident Jose Maria Botelho de Vasconcelos (l.) mit Opec-Generalsekretär Abdullah al-Badri

Natürlich freut sich auch Saudi-Arabien, wenn sein nahezu einziges Exportgut Erdöl teurer wird. Und das passiert derzeit – seit dem Tiefstand um die Jahreswende 2008/2009 hat sich der Barrelpreis an den Weltmärkten nahezu verdoppelt.

Niedrig wirkt er nur, wenn man an den im Juli 2008 so dramatisch zusammengebrochenen Boom zurück denkt. Damals waren es in der Spitze 147 Dollar für das Barrel, heute sind es ungefähr 63.

Und daran wird das heutige Ministertreffen des Opec-Kartells in Wien nicht viel ändern. Gut, die zwölf Teilnehmer des Kartells könnten ihre Förderquoten noch einmal herab setzen, wie schon Ende 2008. Kleine Veränderungen dieser Quote haben aber kaum Wirkungen auf das Marktgeschehen, und große manchmal auch nicht, weil gerade die wirtschaftlich weniger stabilen Opec-Länder Iran, Nigeria und Venezuela solche Beschlüsse in aller Regel selber nicht einhalten.

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Ölpreis auf dem Rückweg nach oben

Und die wirklich reichen Opec-Mitglieder wollen sowieso keine Quotendrosselung und keine Konfrontation mit den Verbraucherländern: Das sind im Wesentlichen die Monarchien vom Golf mit Saudi-Arabien an der Spitze. Die haben sich von der alten Logik des Produzentenkartells verabschiedet. Ali Naimi, der saudische Ölminister, sieht den Ölpreis auch ganz ohne Opec-Einfluss auf dem Rückweg nach oben, in die Gegend von 75 oder 80 Dollar: „Die Preissteigerung ist das Ergebnis von Optimismus: dass bessere Dinge in der Zukunft kommen werden.“

Naimi und seine Ölscheichs setzen auf eine Erholung der Weltkonjunktur, nicht auf ihre Belastung durch Produktionsminderung. Da können wir im ölhungrigen Europa ganz beruhigt auf die Scheichs setzen. Ärgerlich ist das höchstens für Kapitalanleger, die mit Erdöl ihre Depots diversifizieren wollen. Denn wenn der Ölpreis fast nur noch von der Weltkonjunktur abhängig ist oder vielmehr von den Erwartungen hinsichtlich der Weltkonjunktur, müsste er sich mehr oder weniger im Einklang mit den großen Aktienindizes bewegen – keine Rede mehr von Diversifikation. Aber auch nicht von einer neuen Ölkrise.

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