Erdogan hält Brandrede: "Sie sehen wie Freunde aus, aber sie wollen uns tot sehen"

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Erdogan hält Brandrede: "Sie sehen wie Freunde aus, aber sie wollen uns tot sehen"

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Recep Tayyip Erdogan beleidigt den Westen

Papst Franziskus beginnt seinen mit Spannung erwarteten Besuch in der Türkei. Im Vorfeld hetzte der türkische Präsident Erdogan gegen den Westen. Die Ausländer hätten es nur auf das Öl der islamischen Welt abgesehen.

Papst Franziskus bleibt der Tradition seiner Vorgänger treu: Wie Paul VI., Johannes Paul II. und Benedikt XVI. besucht auch der Argentinier relativ kurz nach seinem Amtsantritt die Türkei. Die sechste Auslandsreise des 77-Jährigen von Freitag bis Sonntag steht vor allem im Zeichen der Ökumene. Aber auch die angespannte politische Lage im Nahen Osten führt dazu, dass der Besuch in dem muslimisch geprägten Land mit Spannung erwartet wird.

Quasi zu dessen Begrüßung hat der türkische Präsidenten Recep Tayyip Erdogan am Donnerstag bei einem Treffen der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (COMCEC) eine Hetzrede gegen den Westen gehalten: Die Menschen aus dem Westen hätten es auf Öl, Gold, Diamanten und die billigen Arbeitskräfte in der islamischen Welt abgesehen.

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Übersicht der Kritik an Erdogan

  • Kopftuchstreit

    2008 steht Erdogans islamisch-konservative Regierungspartei AKP mit der Opposition im Konflikt um die geltende Trennung von Staat und Religion. Das Parlament kippt auf Initiative der AKP per Verfassungsänderung das Kopftuchverbot an Hochschulen. Daraufhin eröffnet das Verfassungsgericht ein Verbotsverfahren gegen die AKP. Eine Million Menschen demonstrieren in Izmir für eine laizistische Türkei. Das Gericht kippt schließlich die Entscheidung des Parlaments zur Aufhebung des Kopftuchverbots. Das Verbotsverfahren gegen die AKP scheitert 2010 aber knapp an der Stimme eines Richters.

  • Ergenekon-Prozess

    Ein ultranationalistischer Geheimbund namens „Ergenekon“ soll versucht haben, die islamisch-konservative Regierung zu stürzen. Viele der mehr als 270 Beschuldigten müssen für Jahrzehnte ins Gefängnis - darunter Militärs, Politiker und Journalisten. Der frühere Armeechef Ilker Basbug wird im August 2013 zu lebenslanger Haft verurteilt.

  • Proteste

    Die Protestbewegung gegen die Erdogan-Regierung dauert 2013 wochenlang an. Im Mai räumen Polizisten mit einem brutalen Einsatz ein Protestlager im Istanbuler Gezi-Park. Es folgen weitere Proteste in mehreren Städten - vor allem gegen den autoritären Regierungsstil des Ministerpräsidenten. Mehrere Menschen kommen ums Leben, Hunderte werden verletzt.

  • Korruptionsaffäre

    Die Türkei wird seit Mitte Dezember 2013 von einem Korruptionsskandal erschüttert. Die Ermittlungen erstreckten sich auch auf die Familien mehrerer Minister. Erdogan sieht eine Kampagne gegen seine Politik und reagiert mit einer „Säuberungswelle“ in Polizei und Justiz, bei der Hunderte Beamte zwangsversetzt werden. Die AKP setzt zudem eine Gesetzesänderung durch, die dem Justizminister mehr Macht geben soll. Das Verfassungsgericht annulliert allerdings im April 2014 teilweise Erdogans Justizreform.

  • Internetkontrolle

    Das Parlament nimmt im Februar 2014 einen Gesetzentwurf der Regierung für eine verschärfte Internetkontrolle an. Demnach dürfen Behörden Seiten auch ohne richterlichen Beschluss sperren. Erdogans Zorn auf soziale Netzwerke hat sich an auf YouTube veröffentlichten Telefonmitschnitten entzündet. Darin war angeblich zu hören, wie er seinen Sohn auffordert, große Geldsummen vor Korruptionsermittlern in Sicherheit zu bringen. Im März wird der Zugang zum Kurznachrichtendienst Twitter gesperrt, das Verfassungsgericht hebt die Regierungsentscheidung aber wieder auf.

"Sie sehen wie Freunde aus, aber sie wollen uns tot sehen, sie mögen es, unsere Kinder sterben zu sehen", fügte Erdogan in Istanbul hinzu. "Glaubt mir, sie mögen uns nicht", sagte er der Zeitung Hürriyet.

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Die Länder des Nahen Ostens könnten ihre Probleme selbst lösen. "Wenn wir zusammenarbeiten, werden wir die Einsamkeit Palästinas beenden, die fast ein Jahrhundert dauert", so Erdogan. Seinen Kritikern warf Erdogan psychische Probleme vor.

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