Erneuerbare Energie: Griechenland als neues Solarparadies?

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Erneuerbare Energie: Griechenland als neues Solarparadies?

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Durchschnittlich 300 Sonnenstunden in Griechenland Petros Giannakouris/AP/dapd

von Mario Brück

Es ist schon paradox: Ausgerechnet das von der Finanzkrise schwer getroffene Griechenland, hält an seiner irrwitzig hohen Solarstromförderung fest. Griechenland und seine Inseln könnten also ein Eldorado für Investoren und Spekulanten sein. Doch bisher ist wenig passiert.

Griechischer Sonnenstrom soll zum neuen Exportschlager werden. Von den durchschnittlich 300 Sonnentagen schwärmte der griechische Energieminister Georgios Papakonstantinou Wirtschaftsminister Rösler und der ihn begleitenden Wirtschaftsdelegation vor, in der zahlreiche Solarunternehmer wie Solarworld-Chef Frank Asbeck befinden. Doch trotz der klimatischen Traumbedingungen ist Griechenland bislang ein Solarentwicklungsland.

Im Jahr 2010 wurden in Griechenland gerade einmal 150 Megawatt Solarstromleistung an das griechische Netz gespannt. Damit stieg die gesamte installierte Photovoltaikleistung auf 200 Megawatt. Angespornt durch das Wachstum wirft der griechische Solarverband Helapco nun weiter mit beeindruckenden Wachstumsraten um sich. Für das laufende Jahr rechnen die Solarlobbyisten mit einem Zubau von 300 Megawatt – also einer glatten Verdoppelung.  Damit könnten in Griechenland bis Ende des Jahres sogar über 500 Megawatt installiert sein. Dieses Zahlengeklimper mag auf den ersten Blick beeindrucken. Vergleicht man die griechische Solarbilanz jedoch mit den Ausbau- und Installationszahlen anderer europäischer Länder, bleibt bei den Hellenen allenfalls die irrwitzig hohe Einspeisevergütung beeindruckend.

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Zum Vergleich: In Deutschland wurden im vergangenen Jahr Solaranlagen mit einer Kapazität von 7400 Megawatt auf Dächer und Scheunen und in Felder und Braunkohlebrachen geschraubt. Insgesamt sind in Deutschland Anlagen mit einer Kapazität von 17.000 Megawatt installiert. Selbst gegenüber südeuropäischen Ländern stehen die Griechen im Schatten. Italien hat schon fast 3500 Megawatt angeschlossen, Spanien meldet 3800 Megawatt.  Absolute Spitze sind die Griechen jedoch bei den Vergütungssätzen für Solarstrom, was freilich bei derart bescheidenen Ausbauzahlen bisher auch den Fast-Pleitestaat nicht weiter belastet hat. Demnach werden Anlagen bis zehn Kilowatt Leistung mit 55 Cent über 25 Jahre subventioniert. Betreiber von Anlagen bis 100 Kilowattstunde sacken stolze 42 Cent ein und alles war darüber liegt, wird mit 37 Cent vergütet.  Dagegen sind die Betreiber von Solaranlagen in Deutschland arme Schlucker: Für Anlagen bis 100 Kilowattstunden erhalten sie 27,3 Cent, für alles was größer ist – je nach Anlagetyp- zwischen 21 und 25 Cent.  

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