Ernst&Young-Umfrage: Ängste vor Wirtschaftskrise dämpfen Erwartungen der Bürger

Ernst&Young-Umfrage: Ängste vor Wirtschaftskrise dämpfen Erwartungen der Bürger

Laut einer Umfrage der Beratungsgesellschaft Ernst&Young wächst die Angst der Bürger, dass sich Konflikte und Kriege auf ihre eigene finanzielle Lage auswirken könnten und Deutschland irgendwann an Stärke verliert.

Ängste vor neuen Krisen dämpfen einer Umfrage zufolge die Wirtschaftserwartungen der Bundesbürger für 2015. Nach einer Untersuchung der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen erwartet nur noch jeder dritte Deutsche, dass Deutschland Ende 2015 wirtschaftlich besser dasteht als heute. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Rückgang um 7 Prozentpunkte. Vor allem bei älteren Menschen, den Geringverdienenden und den Ostdeutschen sei die Hoffnung auf Wachstum gering. Für die Studie wurden im Dezember 2014 mehr als 2000 Bundesbürger ab 14 Jahren repräsentativ befragt.

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Quelle: Marcel Stahn für WirtschaftsWoche

„Die Angst vor einer neuen Wirtschafts-, Finanz-, Banken- oder Eurokrise wächst. Zunehmend mehr Bürger äußern sich besorgt und fürchten, dass Deutschland an wirtschaftlicher Stärke verliert“, sagte der wissenschaftliche Leiter der Stiftung, Ulrich Reinhardt. Verbunden hiermit sei die persönliche Angst vor einem Arbeitsplatzverlust, Rentenabschlägen und finanziellen Einbußen.

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Nach einer Umfrage der Beratungsgesellschaft Ernst&Young, über die die „Welt“ berichtete, haben mehr als drei Viertel der 1500 Befragten Angst, dass sich Konflikte wie die Kriege im Irak und in Syrien oder die Ukraine-Krise negativ auf ihre eigene finanzielle Lage auswirken könnten. „Trotz der eigentlich guten wirtschaftlichen Situation der Verbraucher in Deutschland lauert hier ein beträchtlicher Unsicherheitsfaktor. Wenn diese Krisen und Kriege weiter eskalieren und stärker ins Bewusstsein rücken, könnte die Stimmung der Verbraucher sehr schnell kippen“, warnte Studienautor Thomas Harms.

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Aktuell seien dagegen noch keine Auswirkungen spürbar. Nach der Ernst&Young-Studie sind 45 Prozent der Bundesbürger sehr zufrieden mit ihrer derzeitigen finanziellen und wirtschaftlichen Lage - so viele wie noch nie seit Beginn der Befragung im Jahr 2008. Lediglich neun Prozent blicken sorgenvoll auf ihr Bankkonto. „Viele Verbraucher profitieren von den Lohnerhöhungen und einer niedrigen Inflationsrate“, begründet Harms die Ergebnisse. Außerdem hielten 91 Prozent der Befragten ihren Arbeitsplatz derzeit für sicher. Ungetrübt sei die Stimmung der Deutschen deswegen aber nicht. „Die Konjunktursorgen kehren zurück“, heißt es in der Untersuchung.

Der Sachverständigenrat der Bundesregierung rechnet in seinem Jahresgutachten, das Mitte November vorgestellt wurde, nur noch mit einem Wirtschaftswachstum von einem Prozent. Dagegen erhöhten die Forscher des Ifo-Instituts ihre Wachstumsprognose für 2015 Mitte Dezember von zuletzt 1,2 auf 1,5 Prozent.

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