ESM-Chef Regling : Griechenland kann die Wende schaffen

ESM-Chef Regling : Griechenland kann die Wende schaffen

, aktualisiert 16. Februar 2017, 16:35 Uhr
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Der Chef des Eurorettungsfonds hält Umbauten in der Währungsunion im begrenzten Rahmen für wünschenswert.

Quelle:Handelsblatt Online

Der Eurorettungsfonds-Chef Klaus Regling glaubt, dass die Euro-Krise hinter Europa liegt. Auch für Griechenland sieht er Chancen zur Bewältigung der Finanzprobleme – allerdings unter einer Bedingung.

Berlin/MünchenDer Euro-Rettungsfonds ESM sieht Chancen für Griechenland zur Bewältigung der Krise. „Griechenland ist ein Sonderfall“, sagte ESM-Chef Klaus Regling am Donnerstag laut Redetext bei einer Europa-Konferenz im Vorfeld der Münchner Sicherheitskonferenz. Nirgends sei das Ausmaß der Probleme und die Schwäche der nationalen Verwaltung so groß wie dort. „Doch auch Griechenland kann die Wende schaffen und das Vertrauen der Märkte zurückgewinnen, wenn das Land die vereinbarten Reformen entschieden umsetzt“, erklärte Regling. Der ESM ist der bei weitem größte Gläubiger Griechenlands.

Regling wandte sich gegen pessimistische Bewertungen der gegenwärtigen Lage in Europa: „Die Euro-Krise liegt hinter uns.“ Allerdings sei Vertrauen verloren gegangen. „Die Finanzmärkte sehen heute die Europaskepsis als eines der größten aktuellen Risiken, auch wegen der anstehenden Wahlen in den Niederlanden, Frankreich und Deutschland.“ Der Euro stehe heute auf einer solideren Basis als vor der Krise und die Euro-Volkswirtschaft sei heute robuster. Das aber sei vielen Menschen nicht bewusst, und das berge Risiken.

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Insgesamt sei die Anti-Krisenpolitik in Europa mit dem ESM als Darlehensgeber weithin erfolgreich. Dennoch seien begrenzte weitere Umbauten in der Währungsunion wünschenswert. Als wichtig erachtet Regling einen europäischen Einlagensicherungsfonds zur Vervollständigung der Bankenunion. Vorher müssten aber die Altlasten im Bankenbereich beseitigt werden. "Auch eine begrenzte europäische Fiskalkapazität wäre sinnvoll, um ein noch solideres Fundament unter die Währungsunion zu ziehen", erklärte der ESM-Chef. Ein solcher Geldtopf - eine Art Notfallfonds für befristete, rückzahlbare Hilfen - sei möglich, ohne Schulden zu vergemeinschaften und zusätzliche permanente Geld-Transfers einzuführen. (Reporter: Gernot Heller, redigiert von Ralf Bode.

Quelle:  Handelsblatt Online
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