_

EU: Europa entdeckt den Mittelstand

von Christian Ramthun (Berlin)

Mit rund 1000 Veranstaltungen in den 27 Mitgliedstaaten unterstreicht die EU-Kommission in dieser Woche die Bedeutung des Mittelstandes.

Produktion eines Quelle: AP
Produktion eines Windkraft-Generators bei Elektro Partzsch in Döbeln (Sachsen) Quelle: AP

Bisher kümmerte sich Brüssel um die Bauern und die Big Player. Beide Gruppen wurden gepampert mit vielen Milliarden Euro. Der Mittelstand dagegen beklagte sich über Europa – zu bürokratisch, wirklichkeitsfern, an den Sorgen und Wünschen der vielen Millionen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) vorbei.

Anzeige

Die EU-Kommission hat Besserung versprochen, und manches hat sich tatsächlich gebessert. Der deutsche Kommissar Günter Verheugen hat den so genannten Small Business Act for Europe zum Kern seiner Amtszeit gemacht. „Vorrang für kleine und mittlere Unternehmen“ soll es danach geben. Das ist ambitioniert. Denn trotz des gemeinsamen Binnenmarktes gibt es allein schon aufgrund der unterschiedlichen Sprachen und Rechtsprechungen natürliche Hürden, die für viele Handwerksbetriebe oder Dienstleister kaum überwindbar sind.

30 Milliarden Euro Entlastung durch Bürokratieabbau

Durch einfachere Ausschreibungen und Abbau bürokratischer Hemmnisse wird den KMU sicher geholfen. Doch guter Wille wird in Brüssel leider allzu oft von einer sich selbst nährenden Eurokratie und kleinstaaterischen Egoismen minimiert.

Gemeint ist vor allem der Bürokratieabbau, und das muss auch Deutschlands Edmund Stoiber erkennen, der nach Brüssel ging, um Paragrafen, Richtlinien und Verordnungen auszukehren. Dabei könnte weniger Bürokratie die KMU um 30 Milliarden Euro entlasten, erklärte Angela Merkels Kanzleramtsminister Thomas de Maizière bei der Auftaktversammlung der Europäischen Mittelstandswoche beim Zentralverband des Deutschen Handwerks in Berlin.

Dafür braucht Brüssel aber einen ganz langen Atem.

4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 13.05.2009, 20:37 UhrAnonymer Benutzer: von 18-formatic

    Dieses abbauen der bürokratie ist nur ein Vorwand.Denn über Abbauen sind auch neue Gesetze nötig um wirklich dieses Vorhaben auch zu Relisieren.Also nicht abbauen meines sehr achtens sondern mehr bürokratie.. den je..!

  • 12.05.2009, 11:17 UhrAnonymer Benutzer: Sebastian

    Leider ist der Grundtenor in diesem Artikel falsch.

    Zwar ist es richtig, daß KMU weniger öffentlichkeitswirksam vertreten werden; jedoch werden tatsächlich seit Jahrzehnten innerhalb der europäischen Kohäsionspolitik (Strukturpolitik/Regionalpolitik) KMU stets bevorzugt behandelt/gefördert.

    Man schaue hierzu in die Verordnungen des EFRE (Europäicher Fonds für regionale Entwicklung) sowie in die bund-Länder Gemeinschaftsaufgabe zur Verbeserung der regionalen Wirtschaftsstruktur.

    MfG
    Sebastian

  • 12.05.2009, 11:06 UhrAnonymer Benutzer: Wilhelm Franzmeyer

    Welch ein Wunder!!
    Das sind doch die Einzigen, die noch wirklich Steuern zahlen, wovon die Eurobürokraten ihr üppiges Leben genießen können.

Alle Kommentare lesen
weitere Fotostrecken

Blogs

Alternativen gesucht
Alternativen gesucht

Der Euro wird mit jedem Tag mehr zum Verhängnis für Europa, wirtschaftlich wie politisch. Wann endlich werden...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 21.05.2012

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.