EU-Freihandelsabkommen : Automobilpräsident Wissmann interveniert beim Abkommen mit Südkorea

EU-Freihandelsabkommen : Automobilpräsident Wissmann interveniert beim Abkommen mit Südkorea

Der Automobilpräsident hintertreibt das EU-Freihandelsabkommen mit Korea. Die anderen Branchen sind sauer.

Der Fall ist bizarr. Ausgerechnet die deutsche Automobilindustrie, die mehr als 75 Prozent ihrer Produktion exportiert, kämpft gegen das Freihandelsabkommen, das die EU mit Südkorea lange verhandelt hat und am kommenden Freitag abschließen will.

Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) und früherer Verkehrsminister aus den Reihen der CDU, hat in Gesprächen mit Kanzlerin Angela Merkel und Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg dafür gesorgt, dass Deutschland in Brüssel auf die Bremse tritt.

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Entsprechend verärgert sind die Vertreter anderer Branchen. Vor allem der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) streitet vehement für den Abbau der Zollschranken im Handel mit dem drittgrößten asiatischen Markt nach Japan und China.

Diese Branche könnte nach einer vertraulichen Prognos-Studie für das Bundeswirtschaftsministerium ihre Exporte auf acht Milliarden Euro mehr als verdreifachen. Aber auch die deutschen Autohersteller könnten fast doppelt so viel verkaufen wie bisher (eine Milliarde).

Frust über die Protektionisten in Süd-Korea

Dass Wissmann dennoch querschießt, hängt mit dem Frust über die koreanischen Protektionisten zusammen, die sich mit technischen Schikanen bis hin zu Buy-Korean-Kampagnen wehren.

So bezieht Korea nur 30.000 Autos aus der EU, während es umgekehrt 600.000 Autos liefert. Koreas Autoindustrie würde vom Abbau des zehnprozentigen EU-Zolls stärker profitieren als umgekehrt die deutschen Hersteller, argumentiert Wissmann.

Nun will der VDA, dass zu Guttenberg nachverhandelt. Andere Verbände wie der VDMA befürchten indes ein Scheitern des Abkommens.

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