EU-Streit um Flüchtlinge: Ungarn sagt Polen Unterstützung zu

EU-Streit um Flüchtlinge: Ungarn sagt Polen Unterstützung zu

, aktualisiert 08. Januar 2016, 14:56 Uhr
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Ungarns Premier Viktor Orban ist in der Flüchtlingsfrage auf einer Linie mit der polnischen Regierung: Sie wollen keine Flüchtlinge aufnehmen.

Quelle:Handelsblatt Online

Der Streit um den Rechtsruck Polens polarisiert die EU. Ungarns Premier Viktor Orban stellt sich hinter die polnische Regierung und schließt Sanktionen kategorisch aus – ebenso wie die weitere Aufnahme von Flüchtlingen.

BudapestUngarn stellt sich im Streit der EU-Kommission mit der neuen polnischen Regierung demonstrativ auf die Seite Polens. Sein Land werde EU-Strafmaßnahmen gegen Polens neue Regierung mit seinem Veto verhindern, sagte Ministerpräsident Viktor Orban am Freitag in einem Rundfunk-Interview. „Die Europäische Union sollte nicht darüber nachdenken, irgendeine Art von Sanktionen gegen Polen zu verhängen“, sagte der nationalkonservative Regierungschef. Dafür sein eine einstimmige Entscheidung nötig, „und Ungarn wird niemals Sanktionen gegen Polen unterstützen“.

Die rechtsnationale Regierung in Warschau steht unter anderem wegen einer Reform des Verfassungsgerichtes international in der Kritik, die als Schwächung der unabhängigen Justiz gewertet wird. Die EU-Kommission hat große Bedenken angemeldet. Auch der per Gesetz durchgesetzte stärkere Einfluss der Regierung auf Schlüsselpositionen in den öffentlich-rechtlichen Medien sorgt für Streit. Der für Medienpolitik zuständige EU-Kommissar Günther Oettinger drohte deswegen damit, den sogenannten Rechtsstaatsmechanismus zu aktivieren. Im Extremfall könnte Polen damit das Stimmrecht in der EU entzogen werden. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker erwartet aber nach eigenen Worten nicht, dass es dazu kommen wird. „Das sollte man nicht zu sehr dramatisieren... Wir prügeln nicht auf Polen ein“, sagte er jüngst. Die Kommission wird das Thema auf ihrer Sitzung am kommenden Mittwoch beraten.

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Ungarns Führung wird ebenfalls die Einschränkung der Pressefreiheit infolge der von ihr eingeführten Mediengesetze vorgeworfen. Orban hatte sich am Mittwoch mit dem Chef der rechtsnationalen polnischen Regierungspartei „Recht und Gerechtigkeit“ (PiS), Jaroslaw Kaczynski, getroffen. Beide Länder sperren sich auch gegen Vorgaben der EU für die Aufnahme von Flüchtlingen.

Quellle:  Handelsblatt Online
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