Euro 2012: Wie Polen und die Ukraine die Fußball-EM managen

Euro 2012: Wie Polen und die Ukraine die Fußball-EM managen

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Schon im kommenden Jahr soll hier der Ball rollen: Die Baustelle des Olympiastadions in Kiew im Mai 2011

von Florian Willershausen

In einem Jahr laden Polen und die Ukraine zur Fußball-Europameisterschaft. Das große Sportereignis könnte dem Image beider Länder einen positiven Schub geben – falls die Gastgeber bis dahin ihre Probleme in den Griff kriegen.

Von oben soll das neue Stadion in Danzig wie ein riesiger ovaler Bernstein aussehen. Natürlich eine symbolträchtige Illusion, der Schmuckstein von der Ostsee würde bestimmt nicht zum Stadionbau taugen. Auch so ist die Statik kühn genug: Das Dach ruht auf 80 bananenförmigen Stahlträgern, die nur eng aneinander klebend stehen bleiben. Das Düsseldorfer Architektenbüro Rhode, Kellermann, Wawrowsky ließ diese Träger mit leichten Polykarbonat-Platten verkleiden, die das Stadion in ungleichen Gelbtönen schimmern lassen wie Bernstein. „Als alle Träger aufgebaut waren und wir die Gerüste wegnahmen, hat am Bau jeder die Luft angehalten“, erinnert sich der für die Düsseldorfer arbeitende Hamburger Architekt Leszek Kurz.

Eröffnungsspiel in Warschau statt Danzig

680 Millionen Euro kostet das Fußballstadion, und Kurz, der in Danzig aufgewachsen ist, zeigt sich entsprechend stolz über das Geschenk an seine Heimatstadt: Das PGE-Stadion – Sponsor ist der staatseigene polnische Energiekonzern Polska Grupa Energetyczna – ist eine ungewöhnlich schöne Sportstätte, die vor allem rechtzeitig fertig wird.

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Auch wenn die polnischen Medien vergangene Woche etwas kleinlaut melden mussten, das für den 9. Juni als Eröffnung geplante Freundschaftsspiel Polen gegen Frankreich werde ins Warschauer Legia-Stadion verlegt. Grund: Die Bernstein-Kampfbahn entspräche noch nicht den Sicherheitsanforderungen der Fußballverbände, was Leszek Kurz nicht ganz versteht.

Aber das sind Mängel, die sich bis zum Ernstfall in genau einem Jahr sicher beheben lassen. Jedenfalls haben Kurz und seine Mitarbeiter in Danzig bewiesen, dass die Gastgeber der Fußball-Europameisterschaft 2012 auch ein technisch anspruchsvolles Großprojekt stemmen können. An den vorgesehenen Austragungsorten weiter südlich und östlich ringen die Organisatoren dagegen noch mit vielen Schwierigkeiten.

Schaulaufen für Touristen und Investoren

Vom 8. Juni bis zum 1. Juli 2012 wollen Polen und die Ukraine als gemeinsame Gastgeber der Euro 2012 glänzen. Zweistellige Milliardensummen investieren beide Länder in die Vorbereitung des Fußballfestivals, das aus Sicht der Gastgeber ein dreiwöchiges Schaulaufen für Touristen und Investoren sein wird.

Vor allem die Ukrainer wollen die Veranstaltung nutzen, um im Westen des Kontinents das Image des östlichen Armenhauses loszuwerden. Doch auch das EU-Land Polen hat beim Image weiter westlich in Europa allerhand Nachholbedarf. Ob sich das durch die Europameisterschaft 2012 ändern wird?

In Polen erhalten neben Danzig auch Warschau und Breslau neue Stadien, in der Ukraine die Austragungsorte Donezk und Lemberg. Aber schöne und moderne Stadien machen nur dann Sinn, wenn die Infrastruktur rund um diese Fußballplätze stimmt: Hotels und Flughäfen, Straßen und Bahnhöfe. Von den Wunschvorstellungen der Fußballfunktionäre ist besonders die Ukraine noch weit entfernt.

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