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Euro: Die Scheinstabilisierung der Währungsunion

von Elke Pickartz

So manch einer glaubte die Euro-Krise in den letzten Wochen schon überwunden. Doch der Wirbel um Irland zeigt: Die größten Aufgaben stehen der Währungsunion noch bevor.

Es kommentiert WirtschaftsWoche-Redakteurin Elke Pickartz
Es kommentiert WirtschaftsWoche-Redakteurin Elke Pickartz

Irland kommt nicht aus den Schlagzeilen heraus: Schlechte Nachrichten aus dem Bankensektor des Landes hatten die Risikoaufschläge für Staatsanleihen zuletzt auf neue Höhen getrieben. Bang fragte man sich in den letzten Tagen, ob die Iren ihre Schuldtitel noch loswerden oder doch Zahlungsprobleme bekommen – und den EU-Rettungsschirm beanspruchen müssen. Manch einer sah die Euro-Krise wieder aufflammen. Doch dann verkauften die Iren vorigen Dienstag ihre Anleihen überraschend gut, und alle atmeten auf. Haben uns böse Spekulanten wieder einmal an der Nase herumgeführt? 

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Das Hin und Her zeigt vor allem eines: Die Finanzmärkte bleiben mit Blick auf den Euro-Raum nervös. Dass die Iren ihre Anleihen so problemlos losgeworden sind, ist kein Gegenbeweis, sondern liegt vor allem an der Suche der Investoren nach Rendite. Die Zinsen langfristiger deutscher Bundesanleihen stehen derzeit auf einem Rekordtief, in den USA und Japan sieht es ebenso dürftig aus. Nirgendwo am Anleihemarkt ist etwas zu holen, da kamen die Iren gerade recht. Nicht das gute Ergebnis ihrer Schuldenauktion sollte daher zu denken geben, sondern die Unsicherheit im Vorfeld – trotz Rettungsschirm und einer EZB, die im Notfall als Käufer einspringen könnte.

Den Märkten ist sehr bewusst, dass sich die Euro-Zone mit dem Rettungsschirm nur Zeit gekauft hat. Diese nutzen die Euro-Südländer derzeit, um zu sparen und Reformen auf den Weg zu bringen. Das ist erfreulich, doch es ist nur ein Anfang. Nun kommen die Mühen der Ebene und damit die Frage, ob Athen, Madrid & Co den Konsolidierungskurs auch gegen starke innenpolitische Widerstände langfristig halten können. Das wollen die Märkte noch nicht recht glauben – und deshalb werden sie bis auf Weiteres jede neue Anleihe, jedes Husten einer Bank und jeden schwächelnden Konjunkturindikator aus dem Süden genau beobachten. Auch wenn sich der Euro und die Finanzmärkte aktuell stabilisiert haben – die Währungsunion ist noch nicht über den Berg.

Dennoch ist Konsolidierung der einzig gangbare Weg, Vertrauen zurückzugewinnen. Hier ist nicht nur der Süden Europas, sondern auch Berlin und Paris gefragt. Entscheidend wird sein, ob Franzosen und Deutsche gemeinsam den Stabilitätspakt schlagkräftig erneuern – durch automatische Sanktionen gegen Schuldenmacher und Eingriffe ins nationale Haushaltsrecht. Ende Oktober findet hierzu der entscheidende EU-Gipfel in Brüssel statt. Käme es dort zum großen Wurf, wäre der Euro gestärkt. Käme es zu einem lauen Kompromiss, wäre dies der Anfang vom Ende der Währungsunion.

5 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 25.08.2010, 21:00 UhrAnonymer Benutzer: Analyst

    Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit wird es in Europa erst wieder geben wenn die Staatsverbrecher und Diktatoren der EUdSSR verurteilt und dieses perverse Abzockersystem in Schutt und Asche liegt !
    -----------------------
    Wer soll das bitte gewesen sein, der das geglaubt hat?

    "So manch einer glaubte die Euro-Krise in den letzten Wochen schon überwunden."

  • 25.08.2010, 11:12 UhrAnonymer Benutzer: zarromanowski

    Das Ergebnis der griechischen Sparexzesse ist schon jetzt zu erkennen:
    in Athens Vororten haben wir eine bis zu 70%ige Arbeitslosigkeit. Das winzige Griechenland hat jetzt schon 100.000 Privat- und Firmeninsolvenzen, Kaufhäuser haben Umsatzeinbrüche bis zu 30% und jeder 4 Laden in Athen steht leer. Durch die rigorosen Sparmaßnahmen entstand ein massiver Kaufkraftverlust der "kleinen" beamten und Arbeiter und des unternehmerischen Mittelstandes. Eine private Altersvorsorge existiert bei ca. 80% aller Griechen nicht - dises Land wird ein Armenhaus werden und seine Schulden nie mehr zurückbezahlen können. Das Lügengebilde EU, ist tot, seine sich egoistisch, selbstversorgenden bürokratie Figuren versuchen den Leichengestank permanent wegzufächern.

  • 24.08.2010, 20:47 UhrAnonymer Benutzer: Orezone

    Es sind ja die jeweiligen staatlichen Pensionsysteme in Ländern wie irland und Spanien, die fast nur noch eigene Anleihen kaufen. Daher kommt der größte Anteil der jüngsten hochgefährlichen bondrally. Die spanischen beamtenpensionskasse will ihren Portfolio-Anteil an spanischen bonds auf aberwitzige 90% (!) hochfahren.

    Quelle: http://blogs.telegraph.co.uk/finance/ambroseevans-pritchard/100007427/spain-uses-social-security-fund-to-prop-up-the-bond-market/

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