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Euro-Gipfel: Griechenland ist nicht Thema

von Henning Krumrey

Beim EU-Sondergipfel wollen die 26 teilnehmenden Staaten gucken, wie sich die eigene Wettbewerbsfähigkeit steigern lässt.

Beim Euro-Sondergipfel hofft die Kanzlerin auch auf Gespräche über Jugendarbeitslosigkeit Quelle: dapd
Beim Euro-Sondergipfel hofft die Kanzlerin auch auf Gespräche über Jugendarbeitslosigkeit Quelle: dapd

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Formal ist es wie immer: Begrüßung der eintreffenden Staats- und Regierungschefs, Aufstellen zum Gruppenfoto – Klick -, dann Arbeitssitzung und schließlich abends das Arbeitsessen. Und doch ist bei diesem EU-Sondergipfel am Montag alles ein wenig anders. Denn diesmal soll es weniger um den ewig gleichen Dreiklang gehen – trauriger Zwischenstand der Sparbemühungen in Problemländern, Mobilisieren zusätzlichen Geldes, Ermahnung an die Sünder, nun aber mit dem Wohlverhalten ernst zu machen. Diesmal geht es – endlich – darum, den Kontinent und vor allem Südeuropa wieder strukturell flott zu machen.

Wachstum und Beschäftigung sind die Themen dieses so genannten informellen Rates. Die 26 Staaten – Großbritannien ist nicht dabei – wollen schauen, was sich vielleicht doch vom Nachbarn lernen lässt, um die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Kanzlerin Angela Merkel hofft jedenfalls, dass endlich mal ein paar unangenehme Wahrheiten auf den Tisch kommen, insbesondere mit Blick auf die Jugendarbeitslosigkeit. In Deutschland sinkt sie, an der südlichen Peripherie erreicht sie immer neue Rekordwerte. Geht es nach der Bundesregierung, dann würden auch der Binnenmarkt weiter vorangetrieben und die Finanzierung mittelständischer Unternehmen gerade in Krisenzeiten erleichtert; ihr Zugang zum Kapitalmarkt ist und bleibt schwierig.

Ganz ohne finanzielle Hilfe soll auch dies nicht abgehen. So erstellt die EU-Kommission für den Rat eine Auflistung, welche Gelder aus den EU-Fonds – beispielsweise für die regionale Entwicklung- noch nicht abgerufen wurden. Im Wesentlichen handelt es sich um etliche Milliarden, die just den Problemstaaten zugestanden hätten, die diese aber nicht eingesetzt haben. Sei es, weil das Geld für die nationale Kofinanzierung fehlte, sei es, weil sich gar nicht genügend sinnvolle Projekte finden ließen oder die Verwaltung nicht mit der Bearbeitung der Anträge zurecht kam. Nun soll das Geld also so umgewidmet werden, dass es speziell auf die Steigerung von Wachstum und Beschäftigung konzentriert wird.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 30.01.2012, 12:04 UhrAnonymer Benutzer: Wegweiser

    Die unterschiedlichen Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeiten sind in der gesamten Währungszone sehr stark ausgeprägt, als Ausgleich dienen die Instrumente der EZB mit Target II und aufgekauften Staatsanleihen sowie auch der Bereitstellung von gigantischen Liquiditätshilfen für den Bankensektor.

    Und diese sollen über Eurolandstaatsdrittschuldenrefinanzierungsfonds gelöst werden, die eigenen Risiken aus diesen Maßnahmen sind bereits heute für uns selbst zu einer Bedrohung geworden (siehe Hans Werner Sinn, Staatsbankrott). Für uns selbst entfallen bereits seit 13 Jahren alle positiven Aufwertungseffekte einer eigenen stabilen Währung als volkswirtschaftliche Sozial- und Wohlfahrtsdividende.

    Eine alleinige Konzentration auf die permanente Steigerung der Wettbewerbsfähigkeiten wird diese Handelsungleichgewichtsentstehung sicherlich nicht lösen können, permanente Dauertransfers sind auch politisch in Deutschland kaum durchsetzbar, auch schlicht unmöglich. Leider wurden aus den ökonomischen Fehlern der geglückten deutschen Wiedervereinigung kaum bis gar keine Schlüsse gezogen, diese wurden in einem noch größeren Maßstab wiederholt. Leider sind wir heute an einem Punkt angelangt, wo diese Entwicklungen zu grundlegenden Entscheidungen zwingen oder sich dann auch zwangläufig von selbst ergeben müssen. Auch ohne Zutun der Politik!

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