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Euro-Gipfel: Jeder gegen Jeden

von Jan Mallien und dpa und dapd Quelle: Handelsblatt Online

Vor der entscheidenden Gipfel-Runde knirscht es in der Euro-Zone an allen Ecken und Enden. Die einzelnen Euro-Länder vertreten unterschiedliche Interessen, der Ton wird rauer. Wer gegen wen und für was – ein Überblick.

Quelle: handelsblatt.com
Quelle: handelsblatt.com

Am Mittwochabend kommen die EU-Regierungschefs zusammen, um endgültig ein Paket zur Stabilisierung der Euro-Zone zu beschließen. Dafür müssen sich die 17 Regierungschefs der Euro-Zone und die zehn Staatschefs von EU-Staaten außerhalb der Währungsunion einigen. Die Interessenlage ihrer Länder ist jedoch höchst unterschiedlich - es knirscht an allen Ecken und Enden.

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Das Duo aus Frankreichs Präsident Sarkozy und Bundeskanzlerin Merkel hat die Führungsrolle.. Am Wochenende nahmen die beiden ihren italienischen Amtskollegen Silvio Berlusconi in die Mangel und forderten diesen zu schnellen Reformen in Italien auf.Italienische Medien werteten dies als Erniedrigung für den 75-Jährigen. Berlusconi erwiderte, dass seine Regierung klare Vorstellungen habe, wie die Schuldenkrise und die Krise des Bankensektors - insbesondere des deutsch-französischen - angegangen werden müsse. „Niemand kann EU-Partnern Lektionen erteilen,“ sagte er. Das italienische Bankensystem sei stärker als das deutsche und französische. Der Streit mit Italien ist nur ein Beispiel für die unterschiedlichen Interessen der EU-Länder. Auch Deutschland und Frankreich sind sich in vielen Punkten nicht einig. Ein Überblick über die zentralen Konfliktfelder.

Italien

Italien steht vor allem wegen seines hohen Schuldenstandes unter Druck. Es weist neben Griechenland die höchste Gesamtverschuldung innerhalb der Euro-Zone auf. Am Wochenende hatte Merkel auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit Sarkozy Italien unmissverständlich zu Reformen aufgerufen: „Italien hat eben einen sehr hohen Gesamtverschuldungsstand, und der muss glaubwürdig in den nächsten Jahren abgebaut werden. Ich glaube, das ist die Erwartung an Italien, “ sagte Merkel.

Berlusconi hatte daraufhin versichert, Italien werde sein Defizit verringern. Eine Krisensitzung des italienischen Kabinetts zu weiteren Reformen endete jedoch am Montagabend ohne Ergebnis. Streitpunkt ist vor allem eine Rentenreform. Derzeit liegt das Rentenalter in Italien im Öffentlichen Dienst für Männer bei 65, für Frauen bei 60 Jahren. Angestrebt wird eine Anhebung auf 67 Jahre.

Italien braucht Reformen

Für Berlusconi ist das Thema ein heißes Eisen, da sein Koalitionspartner Lega Nord die Reform strikt ablehnt. Wie italienische Medien berichteten, traf sich der italienische Regierungschef zuvor gesondert mit Wirtschaftsminister Giulio Tremonti und dem Chef der Koalitionspartei Lega Nord, Umberto Bossi. Der Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn hatte dazu in Brüssel kommentiert, es handele sich nur um ein Element eines umfassenden Pakets zur Ankurbelung der Wirtschaft. „Wir brauchen Reformen“, sagte er mit Blick auf Italien. Rom habe sich zu einer Reformagenda verpflichtet.

Das EU-Sorgenkind Italien sitzt auf einem Schuldenberg von etwa 1,9 Billionen Euro. Berlusconi verabschiedete zwar in den vergangenen Monaten im Hauruck-Verfahren Sparmaßnahmen von rund 100 Milliarden Euro. Analysten, Kritiker und nicht zuletzt auch die Ratingagenturen bemängeln aber fehlende strukturelle Reformen und die schlechten Wachstumsaussichten.

6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 26.10.2011, 01:25 UhrAnonymer Benutzer: Morgen verkaufen SPD/GRÜNE Deutschland!

    SPD und GRÜNE stimmen morgen GEMEiNSAMEM EFSF-Hebelentwurf mit CDU zu!

    Özdemir wird wohl mit feuchten Vizekanzler-Träumen gelockt.

    bei SPD gibt's für alle Vision Großer Koalition und:
    1. für OST-Landesfürsten doch keine SOLi-Eindampfung
    2. für Arnold paar Kasernen weniger die wegrationalisiert werden
    3. Nahles wird mit Mini-"bankenabgabe", als Transaktionssteuer umgetauft, gelockt
    4. Schulz kriegt nach SPD-Zustimmung zum EU-EUdSSR-Streich EU-Parlamentspräsidenten
    5. CDU hält weiter still, dass DE-Untergang durch Finanzderegulierung unter Eichel/Steinmeier/Schröder/Asmussen AUSGELÖST wurde, als Ackermann mit DEUTSCHEN bANKEN schon 02/2003 bei Schröder auf der Matte saß, um bAD bANK zur Entsorgung von 300 Mrd Euro bANK-Schrottpapiere zu fordern!

    So zieht Omerta-Untergangskaravane weiter, nun wieder historisch von "innigen Verantwortung" zustimmend ergriffen!

    Mit der Freigabe des 211 Mrd EFSF-Rahmens zur freien Ausgestaltung durch Haushaltsausschuss wird der ohne Öffentlichkeit auf bis 4.400 Mrd Euro aufgepumpt (10% Vers/Garantie)!

    Mit EFSF-HEbELUNG legalisieren sie ganzen CDS-/Zweckgesellschafts-Zirkus der investmentbanken und geben so endgültig Anspruch auf Welt rettende Regulierung der Untergangsmonster auf!

    Weiterhin geben sie so Europa quasi zum Ausverkauf an China und bRiCs über besicherte Anleihen frei, so dass Europa dafür bald "offenherzig" zusehen muss, wie China EU u.a. mit Autokopien überfluten wird und WTO-Marktwirtschaftsstatus bekommt, mit dem sie noch ungehindeter Welt mit Exporten fluten kann!

    Dazu nach US-Wunsch zu G20 weiter massiv EZb-QE-Geldvermehrung, -Anleiheaufkäufe und banken-/Vers.-Rekapitaliserung trotz deren 30 biO Euro Aktiva!

    ALSO:
    TOTALER und AbSOLUTER Kniefall vor US-FiNANZOLiGARCHiE und den EU-Postdemokraten, nur um warme beiratssitze/beraterverträge auf dem Weg zur EUdSSR der vollinsolventen Steuergeldumverteiler abzuräumen!

    Namentliche Würdigung ist ihnen sicher!

  • 26.10.2011, 00:29 UhrAnonymer Benutzer: August der Starke

    Es ist zu spät.
    Die ganze Show der Politkasten ist ein Zeugnis der Hilflosigkeit.
    Es wird an Symptomen herumgeschnipselt. Die wahren Probleme
    will oder kann man nicht erkennen, geschweige denn therapieren.
    Die Völker werden ein weiteres mal hinters Licht geführt.
    Hauptsache es fallen keine weiteren banken und die Milliardäre
    können ihr Vermögen in Sicherheit bringen.

  • 25.10.2011, 19:38 UhrAnonymer Benutzer: SCHULDEN DE-Städte 150 Mrd vs EFSF 211 Mrd - iO?

    Merkel & Co. verdreht in FDJ-Tradition dialektisch Tatsache der "Deregulierungs-/banken-/Staatenkrise" zu griffigen Slogans wie "EURO-Krise", "Krise UNSERER Währung", "Scheitert EURO, scheitert Europa"!

    Dies trotz 20% Außenwert-ÜbERbEWERTUNG des EURO als DE-Exporthemmung!

    Aber einzig wahres Ziel von MERKOZY/Schäuble ist es, was Schäuble beim ZEiT-Forum sinngemäß umschrieb, dass es nun gilt gar nicht so verwerflichen Druckaufbau der EU-Krise entspannt zu nutzen, um "überlebte Nationalstaaten" ihrer Rechte zu Gunsten weiter ohne EU-beitrittreferenden gleichgeschalteten EU zu entkernen!

    Und um EU so weiter nur unter Fittiche des demokratisch dafür nicht legitimierten EU-Rates nun als "EU-Wirtschaftsregierung" getarnt zu führen!

    Weiter ohne ECHTE EU-GEWALTENTEiLUNG!

    Und ohne VOLLE KONTROLLE des FREi und von Parteilisten UNVORbESTiMMT GEWÄHLTEN und nur nach EU-bürgern gewichteten EU-PARLAMENTS ("one man, one vote")!

    Da dazu gegen 80% der EU-bürger brutale Grundgesetz-/EU-Vertragsänderungen nötig sind, so wird SPD/GRÜNE von CDU nun mit großkoalitionären Visionsfantasien zur willigen Mittäterschaft gelockt!

    Auch konservative EU-Fraktion wird von Merkel gerade zur Vorbereitung WEiTERES EU-VERFASSUNGSKONVENTS eingestimmt, obwohl letzter durch FR/NL scheiterte!

    Aber wie Ex-EU-Parlamentpräsident Pöttering (CDU) damals in etwa sagte, "wir lassen so lange abstimmen bis es klappt"!

    Solange Machtverhältnisse im pseudodemokratisch ungleichgewichteten EU-VOR-Parlament noch konservativ dominiert sind und EU immer noch ohne EU-beitrittsreferenden nur in dafür dem. unlegitimierten Hand der EU-Staatschefs liegt, sollen nun still und schnell endgültige Tatsachen geschaffen werden, bevor Widerstand entsteht!

    Dank des blinden SPD-Verlangens Kollega Schulz zum EU-Parlamentspräsidenten zu krönen springen auch sie über jedes noch so postdemokratische Stöckchen!

    EU-Absurdistan durch neuen Rechts-/Verfassungsbruch!

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