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Euro-Integration: Gnodde empfiehlt USA als Vorbild

von Michael Maisch Quelle: Handelsblatt Online

Goldman-Banker Richard Gnodde wirft Europas Politikern vor, dass sie die politische und wirtschaftliche Vision der europäischen Einigung aus den Augen verlieren - und empfiehlt einen Blick über den großen Teich.

"Letztlich geht es um die Frage, wollen wir den Euro oder nicht." Richard Gnodde Quelle: Bloomberg
"Letztlich geht es um die Frage, wollen wir den Euro oder nicht." Richard Gnodde Quelle: Bloomberg

DüsseldorfKurz vor dem Krisengipfel der EU am Wochenende fordert Richard Gnodde, Co-Leiter des Europa-Geschäfts der amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs, die Regierungschefs auf, endlich Farbe zu bekennen. „Letztlich geht es um die Frage, wollen wir den Euro oder nicht“, sagte Gnodde dem Handelsblatt.

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Nach seiner Meinung führt kein Weg an einer deutlich stärkeren Integration der Währungsunion vorbei: „Die Investoren wollen Bewegung in Richtung gemeinsamer Verantwortung in der Eurozone sehen. Für ein neues Europa gibt es verschiedene Vorbilder, das können die Vereinigten Staaten sein, aber auch Kanada oder Australien“, machte der Goldman-Banker im Interview mit Deutschlands führender Wirtschaftszeitung klar.

Gnodde wirft den Politikern vor, dass sie die politische und wirtschaftliche Vision der europäischen Einigung zunehmend aus den Augen verlieren: „Die Währungsunion hat seit ihrer Gründung enorme Fortschritte für Europa gebracht, man sollte nicht immer nur von den Problemen, sondern auch von den Errungenschaften des Euros reden. Die Gemeinschaftswährung begann ihr Leben mit einem Kurs von 80 Cents zum Dollar, heute steht sie bei 1,25 Dollar.

Für diese Stärke gebe es gute Gründe.  Europa sei nach wie vor die größte Volkswirtschaft der Welt, weise einen Handelsbilanzüberschuss aus, und die Arbeitslosigkeit halte sich insgesamt ebenfalls nach wie vor in Grenzen. „Wenn man als Anleger vom Mars auf die Erde käme, und nur auf Basis der aktuellen wirtschaftlichen Daten einen Investitionsentscheidung zwischen der Währungsunion und den USA zu treffen hätte, müsste man eigentlich die Euro-Zone wählen“, meint Gnodde.

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