Euro-Krise: Die nächste Etappe nach dem Gipfel

KommentarEuro-Krise: Die nächste Etappe nach dem Gipfel

Bild vergrößern

Feuerwerk in Shanghai, China

von Christian Ramthun

Die Börsen feierten die Euro-Gipfel-Beschlüsse am Donnerstag mit einem Kursfeuerwerk. Doch die Grundsatzbeschlüsse müssen nun ausgefüllt werden – und die nationalen Regierungen sich an die neuen Stabilitätsregeln halten.

Kaum war der Gipfel beendet, setzte sich Klaus Regling ins Flugzeug und reiste nach Asien. Sein Ziel: Reiche Staatsfonds. Seine Mission: Ausloten, unter welchen Bedingungen die neuen Reichen bereit sind, sich an den Euro-Rettungsmaßnahmen zu beteiligen. Denn einer der Gipfelbeschlüsse sieht vor, dass der Rettungsfonds EFSF mit einer Zweckgesellschaft gehebelt werden kann, in den neben dem EFSF auch Länder wie China, Katar, Indien oder Brasilien einzahlen. Nur sind diese keine Mitglieder der Heilsarmee oder anderweitig als karitativ und altruistisch bekannt. Deshalb werden die Europäer schon besondere Anreize wie Zinsen, Sicherheiten oder Mitspracherechte schaffen müssen, um Euro-Investoren anzulocken.

Task Force für Athen

Schwierig dürfe es in der praktischen Umsetzung auch sein, Griechenland auf dem Weg zu soliden Staatsfinanzen und wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit zu begleiten. Eine dauerhafte Task Force soll sich dazu in Athen einquartieren, um nicht nur alle paar Monate einzufliegen, sondern nun den Griechen ständig auf die Finger zu schauen, ja ihre Hand zu führen. Ob sich die Hellenen das bieten lassen oder sogar kooperieren, muss sich aber noch erweisen.

Anzeige

Beweisen müssen die Euro-Länder auch, dass sie es ernst meinen mit der Haushaltsdisziplin. Am Mittwoch-Donnerstag-Gipfel beschlossen die Staats- und Regierungschefs, bis Ende 2012 in allen Ländern eine deutsche Schuldenbremse einzuführen. Doch gibt es sie in manchen Staaten schon. Spanien hat sie, setzt sie aber noch nicht um. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy fand sie schon vor Monaten toll, glaubte aber nicht, sie in seinem Land einführen zu können. Vielleicht aber hat der jüngste Brüsseler Gipfel Lourdes’sche Erweckungsqualitäten, und unter dem Druck der Märkte finden die Mitglieder doch noch zum Stabilitätsglauben.

Es hängt an Italien

Auch die Rekapitalisierung der Banken ist noch nicht durch. Bis alle systemrelevanten Banken (in Deutschland sind es 13) sich auf neun Prozent Kernkapital vollgepumpt haben, dürfte noch ein gutes halbes Jahr vergehen. Manche Regierungen schielten dabei schon unverhohlen nach den EFSF, um von dort frisches Kapital zu bekommen. Dem aber wird nicht so sein, so der Gipfelbeschluss; zuvor müssen die jeweiligen Länder erst versuchen, ihre Finanzinstitute zu unterstützen.

Und dann noch Italien. Schafft der Stiefel die Runderneuerung, oder fällt er als nächstes. Silvio Berlusconi schwor (wohl nicht zum ersten Mal), er werde nun ein rigides Haushaltsregime in Rom führen. Doch sicher darf man hier nicht sein. Kippt aber die drittgrößte Volkswirtschaft in der Euro-Zone, dann kippt alles. Die Euro-Kämpfer haben in dieser Woche zwar eine wichtige Schlacht geschlagen, aber spannend bleibt es weiterhin.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%