Euro-Krise: Drei Schuldenstaaten blicken in den Abgrund

Euro-Krise: Drei Schuldenstaaten blicken in den Abgrund

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Irlands Banken haben das Land in den Ruin getrieben.

Griechenland, Italien und jetzt Irland: Die Euro-Schuldenkrise weitet sich aus, alle drei Staaten stehen laut Ratingagenturen am Abgrund. Die Probleme der Länder sind unterschiedlich, doch ihre Lage ist identisch: dramatisch.

Schafe, Whiskey – und marode Banken: Irland fristet am Rande Europas ein Schattendasein. Mehr als Klischees sind selten bis nach Kontinentaleuropa übergeschwappt. Doch nun richtet sich der Blick erneut auf die irische Insel. Die Schuldenkrise des kleinen Landes hat die Euro-Krise zuspitzen lassen. Irland wird wieder in einem Atemzug mit Griechenland und Italien genannt. Anleger sind nervös, Ratingagenturen zweifeln an der Kreditwürdigkeit der drei Länder. Außer ihrer hohen Schuldenlast eint die Länder wenig. Ihre Probleme sind unterschiedlich – und damit auch die Chancen auf eine Besserung der Lage. Ein Vergleich.

Irland

Überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum, hohe ausländische Direktinvestitionen und qualifizierte Zuwanderung: Bis zur Finanzkrise 2007 boomte Irland. Mit geringen Unternehmenssteuern warb das Land Banken und Firmen aus aller Welt an. Mit Erfolg. Irland konnte seine Schulden auf unter 30 Prozent des Bruttoinlandsprodukts drücken, deutlich unter dem EU-Grenzwert von 60 Prozent.

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Die Banken verteilten fröhlich Kredite, die Iren bauten Wohnungen und Häuser, oft auf Pump. Die Finanzkrise ließ das Modell zusammenbrechen, der Staat musste die Banken stabilisieren – und verschuldete sich selbst bis an die Grenzen.

„Irland musste die Banken retten, aber die Regierung war nicht konsequent genug“, sagt Gerhard Illing, Makroökonom an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er kritisiert, dass private Gläubiger der Banken nicht zur Kasse gebeten wurden. Der Hintergrund: Die EZB und mehrere Euro-Staaten, darunter Deutschland legten Protest ein; sie waren in hohem Maße involviert und fürchteten Milliardenverluste. „Der Druck der Deutschen und der EZB war letztendlich zu groß“, so Illing.

Stattdessen schnürten EU, EZB und IWF ein 85-Milliarden-Rettungspaket für Irland. Die irische Regierung reagierte gleichzeitig mit Steuererhöhungen und Sparmaßnahmen. Doch noch immer beträgt der Schuldenberg rund 150 Milliarden Euro, 96,2 Prozent des irischen Bruttoinlandsprodukts.  Das Land konnte das verlorene Vertrauen bislang nicht zurückgewinnen. Moody’s glaubt, dass Irland auch Ende 2013 noch nicht an den Kapitalmarkt zurückkehren kann. Das müsste es aber, denn dann läuft das Rettungspaket aus.

Irland streitet die Gerüchte ab. In der Tat gibt es Hoffnung: Die irische Wirtschaft ist - anders als andere Euro-Sorgenkinder - wettbewerbsfähig. Waren und Dienstleistungen finden im Ausland Absatz. Inzwischen werden aus Irland mehr Güter exportiert als vor der Finanzkrise. Die Wirtschaft wächst in diesem Jahr laut Schätzungen der EU-Kommission um 0,9 Prozent.

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