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Euro-Krise: Frankreich stellt sich hinter Merkel

von Tanja Kuchenbecker Quelle: Handelsblatt Online

Premier Jean-Marc Ayrault widerspricht der These, Frankreich blockiere Deutschland bei der Bekämpfung der Euro-Krise. Dabei spricht der Franzose Merkel direkt an - in einer ungewöhnlichen Sprache.

Frankreichs Regierungschef Jean-Marc Ayrault. Quelle: Reuters
Frankreichs Regierungschef Jean-Marc Ayrault. Quelle: Reuters

Frankreichs Premierminister Jean-Marc Ayrault schlägt Deutschland gegenüber wieder etwas versöhnlichere Töne an. Einen Tag nach seinen kritischen Äußerungen über die deutsche Kanzlerin und dem Besuch von Präsident François Hollande in Rom, erklärte der Premierminister im französischen Radiosender „Europe 1“ er wolle keine Front der südeuropäischen Länder gegen Angela Merkel aufbauen. Man wolle Deutschland nicht in den Diskussionen über Maßnahmen für Europa isolieren. Für seinen Friedensgruß wählt Ayrault eine ungewöhnliche Sprache.

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In perfektem Deutsch richtet sich Ayrault direkt an die Kanzlerin: „Wir haben die gemeinsame Verantwortung, Europa eine Zukunft zu geben.“ Hollande und Merkel werde das ebenso gelingen, wie einst Präsident François Mitterrand und Kanzler Helmut Kohl.

„Ich suche keine Anti-Merkel-Front. Das wäre ein schwer politischer Fehler und ein schlechter Weg. Das ist nicht meine Position und auch nicht die Frankreichs.“ Die Situation in Europa sei kritisch genug, man müsse die Lage ernst nehmen. Deutschland und Frankreich müssten Hand in Hand gehen, um eine Lösung zu finden, Europa aus der Krise zu führen. Dafür sei ein Dialog notwendig. Gleichzeitig erklärte er aber, es sei normal, dass Frankreich auch mit der deutschen Opposition diskutiere. Hollande hatte am Mittwoch drei Politiker der SPD empfangen.

Das Einlenken Ayraults ist mit Hinblick auf den EU-Gipfel am 28. und 29. Juni zu verstehen. In der letzten Zeit gab es immer mehr Kritik an der Kanzlerin und Forderungen an Deutschland, unter anderem auch aus Italien. Doch Paris kann es sich nicht erlauben, die deutsch-französische Achse zu schwächen, das könnte auch Frankreich schaden.

In den letzten Wochen hatte es so ausgesehen, als ob der deutsch-französische Motor für Europa nicht mehr so zog wie früher. Hollande orientierte sich an den Ländern in Südeuropa und demonstrierte eine perfekte Einheit mit Italiens Regierungschef Mario Monti. Das Treffen mit den SPD-Politikern in Paris wurde von Frankreichs Medien als Affront gegen die Kanzlerin gewertet. Ayrault bezeichnete außerdem Merkels Position als zu schlicht in der Krise. Einer der wichtigsten Streitpunkte sind immer noch die Eurobonds, gemeinsame Anleihen für Europa, die Frankreich gern einführen würde, Berlin aber ablehnt.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 15.06.2012, 17:28 UhrNichtDumm

    Frau Merkel darf sich auch von diesem Franzosen nicht einseifen lassen. Wer so rumschleimt, kann nichts Gutes mit Deutschland vorhaben.

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