Euro-Krise: Griechenland will Milliarden sparen - ganz vorsichtig - Seite 2

Euro-Krise: Griechenland will Milliarden sparen - ganz vorsichtig

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Giorgos Papandreou Quelle: AP
Giorgos Papandreou Quelle: AP

Jetzt lassen Sie mich aber auch Ihre Freunde in der Athener Regierung loben. Natürlich ist die Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 21 Prozent, die Papandreou heute angekündigt hat, ein Schritt in die richtige Richtung. Kürzungen der Beamtenbezüge sind sicher geboten, auch wenn das ohne flankierende Maßnahmen nur die sowieso schon grauenhafte Korruptionsneigung Ihrer Staatsdiener erhöhen wird. Hohe Steuern auf Yachten und Luxusautos dagegen bringen Ihrem Fiskus wahrscheinlich gar nichts, weil die potenziellen reichen Käufer jetzt einfach ihr Geld für andere Dinge ausgeben oder irgendwo anlegen werden. Dass sie billigere Autos griechischer Herstellung anschaffen werden, ist unwahrscheinlich, weil es so etwas nicht gibt.

Absurd niedriges Renteneintrittsalter

Und da sind wir beim wirklichen Problem: Griechenland hat dank industrieller Unterentwicklung im Wortsinn der Welt wenig zu verkaufen außer schlecht gehüteten und laienhaft vermarkteten Sehenswürdigkeiten und prinzipiell traumhaften, aber zumeist unerträglich zugebauten Badestränden. EU-Fördermittel – das hat bei Ihnen jeder Tourist erfahren – sind offenbar vor allem in den Ausbau überdimensionierter Straßen geflossen, die selten ans Ziel, oft ins Nirgendwo und manchmal zur übernächsten wilden Müllkippe führen. Passt da niemand bei Ihnen auf? Was machen die vielen, vielen Staatsdiener eigentlich, außer sich bestechen zu lassen und auf Ihre Pensionierung im Alter von 50 Jahren zu warten? Dass  Papandreou jetzt die Renten kürzen will, ist sicher politisch tapfer – aber wäre es nicht noch viel sinnvoller, das absurd niedrige Renteneintrittsalter anzuheben? Wie wollen Sie begründen, dass Leute Ihres Alters längst aus dem öffentlichen Dienst ausgeschieden sind, während Ihnen selber kein Mensch aus Altersgründen die Fähigkeit zu Ihrem hohen politischen Amt absprechen will?

Herr Präsident, wenn es derzeit wirklich so etwas wie einen Angriff „internationaler Spekulanten“  gibt, dann gilt der nicht Ihrem Land, sondern dem Euro. Das heißt, uns eigentlich noch viel mehr als Ihnen. Man muss das abwehren, keine Frage. Aber das geht nur durch Wiederherstellung des weltweiten Vertrauens in unseren gemeinsamen Währungsraum. Dafür allerdings können Sie in Griechenland augenblicklich mehr tun als andere anderen Europäer.

41 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 09.04.2010, 22:34 UhrAnonymer Benutzer: Der Kommentator

    Super! Der Kommentator hat ja überhaupt keine Ahnung von von er schreibt. Aber man sieht das er gut Polemisieren kann. Aber das reicht noch nicht einmal für einen Mittelfeld Platz in nder Zunft der Journalisten. Tja, er wird weiter bloggen.

    Griechenland hat es in der "Antike" mit Sklaven geschaft eine Weltmacht zu werden. Nicht war? "Achtung rückschluss möglich"

    Und wenn sich noch so viele darüber aufregen, es bleibt beweisbar.
    Wissenschaftlich, beweisbar. Ach so noch was, zerstörte Länder im "Dreck" liegen gelassen. Und dann die Dummheit besitzen von Griechischen Automobilen zu sprechen. Wan konnte sich Griechenland von den Osmanen befreien? War das nicht im 1900 Jahrhundert. Sorry Kommentator. Versuchen Sie es nochmal.

  • 05.03.2010, 10:34 UhrAnonymer Benutzer: schade

    Der Ministerpräsident redet im heutigen FAZ-interview vom "offenen Thema der Reparationszahlungen". Sehr schade.

    Nicht mehr mit meiner Stimme kann jemals derjenige noch rechnen, der unser erarbeitetes Geld dorthin direkt oder indirekt gibt.

    Sie haben bereits ganz früher von uns für das erwähnte Thema Geld bekommen. Außerdem fließt von uns dorthin ein ununterbrochener, unglaublich hoher Geldstrom, der über die EU läuft, aber weitgehend von uns bezahlt wird.

    Als Griechenland nach dem 2. Weltkrieg dem stalinistischen Kommunismus frönen wollte und das Land im Haaresbreite das schreckliche Schicksal ereilt hätte, das die Ostblockländer ereilt hat und verarmen ließ, wurde es im letzten Moment gerettet. Von wem? Von England. Von Deutschland bekommt es nun seit Jahrzehnten sehr viel Geld. Wir bekommen von Griechenland nichts, denn die Urlaube bezahlen wir. Wo ist die Dankbarkeit?

  • 04.03.2010, 20:18 UhrAnonymer Benutzer: Es_geht_doch

    Man müsste schnell eine Lösung finden, wie ein Land die Eurozone verlassen kann; und das sollte auch ohne Probleme möglich sein. Wie kann man sonst Staaten der Größe Spaniens oder italiens retten? Wenn ein Staat Probleme hat, braucht er eine eigene Währung, die er entwerten kann, nichts anderes ist möglich.

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