Euro-Krise: Irlands riskantes Spiel

Euro-Krise: Irlands riskantes Spiel

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Irland

von Elke Pickartz

Irlands Notenbank greift den heimischen Banken immer stärker unter die Arme - ein riskantes Spiel.

Der Irish Independent berichtete am Wochenende, dass die irische Zentralbank ihre Kredithilfen an die heimischen Geschäftsbanken aufgestockt hat – um 6 auf 51 Milliarden Euro. Dieses Kredithilfeprogramm namens ELA (Emergency Lending Assistance) ist nicht neu, es läuft schon seit Monaten und es ist legal. Jede nationale Zentralbank des Eurosystems darf in einer außergewöhnlichen Notsituation ihren Banken unter die Arme greifen. Die irische Zentralbank verleiht also nicht Geld an sich selbst, sondern an ihre Geschäftsbanken, um sie vor Zahlungsengpässen zu bewahren. Doch es gibt einige Haken an der Sache:

Erstens: Niemand weiß genau, wie lange diese Kredite laufen und zu welchem Zinssatz sie vergeben werden. Auch das Volumen von derzeit 51 Milliarden Euro kann man nur schätzen. Denn die ELA-Kredite werden in der Bilanz der irischen Zentralbank unter „Other Assets" summiert und nicht genauer ausgewiesen. Das macht die Sache intransparent und unkalkulierbar - auch für das Euro-System als Ganzes.

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Zweitens: Kredithilfen dieser Art müssen zeitlich und mengenmäßig begrenzt sein. Doch ein Ende der Hilfen ist derzeit nicht in Sicht. Die irischen Geschäftsbanken hängen stattdessen immer stärker am Tropf ihrer Zentralbank, die sich damit Risiken aufbürdet.

Keine Dauerfeuerwehr

Drittens: Die irische Zentralbank druckt mit ihren Kredithilfen de facto Geld, das sie an die Banken weiterreicht. Dieses Geld stellt derzeit keine Inflationsgefahr da, denn die Banken nutzen das Geld vor allem intern, um ihre wackeligen Bilanzen zu stabilisieren. Das Geld wird also nicht an die Wirtschaft im Form von Krediten weitergereicht. Eine Gefahr könnte dieses Kreditgeld aber in Zukunft werden, wenn die Zentralbank es nicht rechtzeitig wieder von den Banken „absaugt", wenn es ihnen wieder besser geht. Dann käme es zu Überschussliquidität, die zu mehr Krediten an Unternehmer und Haushalte führt und damit womöglich auch die Inflation nach oben treibt.

Kein Wunder also, dass die EZB nervös ist und die irische Notenbank hinter verschlossenen Türen drängt, die ELA-Hilfen abzubauen. Klar ist: Eine Zentralbank sollte niemals Dauerfeuerwehr für angeschlagene Geschäftsbanken spielen. Denn das hat nichts mit ihrem eigentlichen Ziel der Preisstabilität zu tun.

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