Euro-Krise: Nur eine kurze Atempause für Portugal

KommentarEuro-Krise: Nur eine kurze Atempause für Portugal

von Elke Pickartz

Portugal hat seine Anleihen bei der Kapitalmarkt-Auktion gut unter die Investoren gebracht. Doch der Zins, den das Land zahlen muss, bleibt zu hoch. Dass es unter den Rettungsschirm schlüpfen wird, ist nur noch eine Frage der Zeit.

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Portugal

Das ist ja nochmal gut gegangen, könnte man in erster Reaktion auf die mit Spannung erwartete Auktion portugiesischer Staatsanleihen meinen. Die Nachfrage der Investoren nach den vier- und zehnjährigen Anleihen war etwa dreimal so hoch wie das Angebot und Portugal hat wie erhofft 1,25 Milliarden Euro eingesammelt.

Euphorie ist dennoch Fehl am Platz.

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Zum einen vermuten Analysten, dass die Europäische Zentralbank (EZB) bei den Käufen kräftig mitgemischt hat.

Zum anderen ist der Zins, den Portugal den Investoren zahlen muss weiterhin hoch: Bei der Vierjahresanleihe stieg er im Vergleich zur letzten Auktion im November deutlich an - auf 5,3 % von 4%. Bei der zehnjährigen Anleihe lag er mit 6,7 % nur 0,1 Prozentpunkte unter der letzten Auktion. Das ist zwar unter der Schmerzgrenze von sieben Prozent, doch immer noch viel zu hoch für ein Land, das vor massiven Einsparungen und trüben Wachstumsaussichten steht. Dabei is im Hinterkopf zu behalten, dass Portugal in diesem Jahr geschätzte 19 Milliarden Euro über den Kapitalmarkt finanzieren muss. Also der größte Teil der Zitterpartie noch vor ihnen liegt.

Nur kurze Pause

Die Atempause wird daher nur kurz währen. "Nach der Auktion ist vor der Auktion“, sagte ein Händler. So sehen es offenbar auch die EU-Kommission, Berlin und Paris. Die Anzeichen dafür, dass Portugal unter den Rettungsschirm schlüpft, verdichten sich in diesen Tagen immer mehr.

Barroso: Euro-Rettungsschirm muss erweitert werden

Kurz nach der Platzierung der Portugal-Anleihen kündigte die EU-Kommission an, dass sie bis Februar den Euro-Rettungsschirm ausweiten will. „Wir glauben, dass die Ausleihkapazität verstärkt und der Aktionsradius erweitert werden müssen“, sagte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso in Brüssel. Er gehe davon aus, dass die Mitgliedsstaaten ebenfalls dieser Auffassung seien und der EU-Gipfel Anfang Februar einen entsprechenden Beschluss fassen werde. In Kreisen der Euro-Länder heißt es, ein Paket von 50 bis 100 Milliarden Euro Kreditgarantien werde schon vorbereitet. Daran hat auch die heutige Auktion nichts geändert.

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