Euro-Krise : Retter verzweifelt gesucht

Euro-Krise : Retter verzweifelt gesucht

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Superheldin Angela Merkel

von Silke Wettach

Die Märkte und Regierungen weltweit wollen am Wochenende eine umfassende Lösung für die Probleme der Währungsunion sehen. Doch die Staats- und Regierungschefs könnten die Hoffnungen wieder einmal enttäuschen.

Die Vorarbeiten laufen zäh. Man bewege sich „Millimeter um Millimeter“, sagt Bundeskanzlerin Angela Merkel über die Verhandlungen im Vorfeld der großen Euro-Rettungsaktion in Brüssel. Selbst der Blitzbesuch von Frankreichs Staats-Präsident Nicolas Sarkozy am Mittwoch in Frankfurt brachte nicht den erhofften Durchbruch.

Wie weit die Verhandlungsführer, und vor allem die beiden entscheidenden EU-Staaten Deutschland und Frankreich, auseinander stehen, lässt sich nicht nur an den inhaltlichen Positionen ablesen. Während die Kanzlerin seit Tagen die Erwartungen an das Treffen - aus taktischen Gründen – dämpft, heizt Sarkozy sie an – ebenfalls aus taktischen Gründen. Das Schicksal Europas werde in diesen Tagen entschieden, sagte er voller Pathos.

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Ein Problem hängt am anderen

Die eigentlichen Verhandlungen, die am Freitag Nachmittag mit einem Treffen der Finanzminister der Eurozone beginnen und am Sonntag mit dem Euro-Gipfel der Staats- und Regierungschefs enden (dazwischen kommen auch noch alle 27 Finanzminister sowie Staats- und Regierungschefs zusammen) werden so schwierig, weil zahlreiche Probleme anstehen, das jedes für sich schon kompliziert wäre. Die Gesamt-Komplexität wird noch dadurch gesteigert, dass die Probleme miteinander verknüpft sind.

Schuldenschnitt bis 60 Prozent

Ausgangspunkt ist Griechenland, das die nächste Tranche über acht Milliarden Euro aus dem ersten Hilfspaket erhalten wird. Das zweite Hilfspaket, das im Juli beschlossen worden war, wird jedoch wieder aufgeschnürt, weil sein Volumen von 109 Milliarden Euro nicht reicht. Die Politik drängt die Finanzbranche, Abschläge von mehr als die im Juli vereinbarten 21 Prozent auf griechische Staatsanleihen hinzunehmen. Die Politik, und allen voran Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, hofft auf eine freiwillige und umfangreiche Vereinbarung mit den privaten Investoren, durch die ein allgemeiner Schuldenschnitt vermieden kann, bei dem etwa auch die Europäische Zentralbank (EZB) betroffen wäre. Genannt werden Größenordnungen von 30 bis 60 Prozent.

Mittlerweile besteht kein Zweifel mehr, dass Griechenland von seinen Schulden erdrückt wird. Die Troika, bestehend aus EU-Kommission, EZB und Internationalem Währungfonds zeichnet ein verheerendes Bild in ihrem Abschlussbericht. „Die Dynamik der Staatsverschuldung bleibt extrem Besorgnis erregend“, heißt es in einem Entwurf, der der WirtschaftsWoche vorliegt. Die Aussichten hätten sich, verglichen mit dem Zustand vor ein paar Monaten, verschlechtert. „In einem Szenario, in dem die Politik-Umsetzung schwach bleibt, könnte dies nicht ausreichen, um die Schuldendynamik als tragfähig zu bezeichnen.“ Kanzlerin Merkel wollte bisher den Troika-Bericht abwarten, ehe eine Entscheidung zu einem griechischen Haircut fallen sollte.

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