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Euro-Krise: Wir brauchen Sanktionen

Auch die neuen europäischen Schuldenregeln sind nicht wasserfest konstruiert. Kein einziges Land hält sich bislang daran. Europa braucht nun einen individuellen Schuldenabbauplan für jedes Land – und schnellere Sanktionen.

Justitia
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Die Schuldenkrise im Euro-Raum hat eindringlich gezeigt, dass die bisherigen Regeln zur Begrenzung der Staatsverschuldung nicht ausreichend waren. Der Stabilitäts- und Wachstumspakt sah zwar durchaus vor, dass die Mitgliedstaaten ausgeglichene Staatshaushalte anstreben und das Verschuldungsniveau auf 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) begrenzen sollten. Viele Länder haben sich jedoch nicht daran gehalten.

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Die europäische Politik hat nun beschlossen, den Stabilitäts- und Wachstumspakt zu verschärfen. Erstens wollen die Staaten mehr Gewicht als bisher auf den Stand der Staatsverschuldung legen, nicht nur auf die laufenden Budgetdefizite. Länder, deren Verschuldung 60 Prozent vom BIP übersteigt, sollen verpflichtet werden, die Verschuldungsquote zu senken. Zweitens sollen von der EU-Kommission vorgeschlagene Sanktionen automatisch in Kraft treten – es sei denn, der Europäische Rat stimmt mit qualifizierter Mehrheit dagegen.

Zwei mögliche Optionen

Doch sind diese Neuregelungen ausreichend? Grundsätzlich macht es Sinn, das Niveau der Staatsverschuldung stärker zu überwachen. Allerdings ist zweifelhaft, ob die vorgesehene Schuldenregel sinnvoll konstruiert ist. Die Vorgabe lautet, dass Staaten, deren Schuldenstandsquote 60 Prozent übersteigt, den überschießenden Betrag jedes Jahr um ein Zwanzigstel reduzieren müssen. Italien etwa hat 2011 eine Schuldenquote von rund 120 Prozent, also 60 Prozent mehr als erlaubt. Nach der neuen Regel müsste die Quote 2012 um ein Zwanzigstel dieser 60 Prozent, also um drei Prozentpunkte, sinken, auf 117 Prozent.

Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten, das zu erreichen. Erstens sinkt die Schuldenquote automatisch, wenn das BIP zunimmt. Darauf hat die Politik aber kurzfristig kaum Einfluss. Zweitens kann man die Neuverschuldung reduzieren. Nach Prognose der EU- Kommission legt das BIP Italiens 2012 nominal um gut drei Prozent zu – woraus folgt, dass nach der neuen Schuldenstandsregel die Neuverschuldung 2011 höchstens 0,7 Prozent des BIPs betragen darf. Prognostiziert sind jedoch vier Prozent.

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26 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 10.08.2011, 14:57 UhrAnonymer Benutzer: Klaus

    Sorry - Thema völlig verfehlt.
    Der Knackpunkt ist doch, welche Sanktionen wirklich helfen, und da ist im Artikel nur tiefes Schweigen.

    Will man die Dummheit des Maastricht-Vertragen wiederholen / überbieten, indem man insolventen Geldstrafen auferlegt? Mangels Masse werden dann diese Geldstrafen auch wieder aus dem Rettungsfonds bezahlt.

    Die einzig-wirksams Sanktion ist Ausschluß aus dem Euro-Club. Wenn man sich da nicht rantraut kann man sich das ganze Geschwafel sparen und die Südländer gleich auf ewig durchfüttern.

    Profi-Politiker-Mafiosi wie berlusconi und Papandreou lachen sich schon ins Fäustchen wenn sie solch naive Artikel lesen.

  • 06.08.2011, 12:41 UhrAnonymer Benutzer: Helmut

    im Falle GR macht man heute Schulden , die erst im Jahre 2035 fällig werden.

    bis zu diesem Zeitpunkt existiert die EU schon nicht mehr--kann Sie gar nicht weil das rein Finanzmathematisch gar nicht gehen kann. Hierfür ist Deutschland einfach zu arm.

  • 06.08.2011, 12:39 UhrAnonymer Benutzer: Helmut

    die EU kann gar nicht funktionieren allein wegen der angeglichenen Zinssätze an den bondmärkten, SP + iT werden weiterhin exorbitante Schulden machen und mittels Euro diese Schulden an D übertragen besser deren bürgen.

    Niemand in den PiiGS-Ländern denkt auch nur ans sparen--alle wissen das im Reset-Fall der EU--die Deutschen bürger zahlen werden mit ihrem ersparten + ihrem Wohlstand

    Die EU ist eine Wachstumsbremse auch für den eigenen binnenmarkt--Löhne stagnieren--die Kaufkraft stagniert zu beobachten seit 2000

    Was schön zu sehen ist wie der Markt darauf reagiert. Auf italiens Schuldenkriese + SP

    mal schauen wie lange D das noch stemmen kann

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