Euro-Rettungspaket: Ausweitung der Griechenlandhilfe möglich

Euro-Rettungspaket: Ausweitung der Griechenlandhilfe möglich

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Proteste in Griechenland

In Athen streiken die Griechen, weil sie weniger sparen wollen. In Berlin überlegt Kanzlerin Merkel, ob sie ihnen mehr Geld gibt. Experten raten davon ab und empfehlen den Austritt der Griechen aus der Eurozone oder noch massivere Sparprogramme.

Seit gestern findet in Athen ein Generalstreik statt, der den Flug- und öffentlichen Verkehr lahmlegt. Ärzte behandeln nur noch Notfälle, Geschäfte haben geschlossen. Mehr als 30.000 Griechen protestieren gegen die von der EU auferlegten Sparprogramme, die griechische Gewerkschaft GSEE nennt sie brutal und unfair. Das griechische Volk muss harte Steuererhöhungen und Lohnkürzungen hinnehmen.

Der europäische Sachverständigenrat EEAG geht jedoch nicht davon aus, dass das genügt, um den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Die Experten befürchten, dass das Land spätestens 2013 eine neue Finanzspritze benötigt. Also genau dann, wenn das 110 Milliarden schwere Hilfsprogramm vom Internationalen Währungsfonds und der EU ausläuft.

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Mehr Geld für Griechenland?

Bundeskanzlerin Angela Merkel deutete im Gespräch mit Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou schon an, die Hilfe für das verschuldete Land auszuweiten. "Es ist durchaus in der Diskussion, ob wir überlegen, ob wir die Laufzeit auch des griechischen Programms verlängern", sagte Merkel. Sie wies daraufhin, dass die Iren sieben Jahre lang unterstützt werden sollen, die Griechen aber nur drei. Deshalb wäre es denkbar, die griechische Hilfe nachzuverhandeln. Das letzte Wort sei in dieser Sache aber noch nicht gesprochen, die Laufzeit nur einer der Diskussionspunkte. Genaueres entscheide sich im März. Dann werde – vor dem EU-Gipfel – die Hilfe neu verhandelt.

Die Volkswirte der EEAG scheinen jedoch nicht an die Wirksamkeit eines überarbeiteten Pakets zu glauben. Laut einer Studie des Sachverständigenrates hat das Land bloß zwei Möglichkeiten, sich zu sanieren: Eine noch massivere Senkung von Preisen und Löhnen oder den Austritt aus der Eurozone. Eine dritte Alternative ist die derzeitige: Das Land hängt am EU-Tropf. Davon raten die Ökonomen allerdings ab. Die EU-Hilfen sorgten dafür, dass es kaum Anreiz gebe, sich selbst zu helfen. Die andern werden es schon richten.

Eine Wahl zwischen zwei Übeln

Welche der beiden Möglichkeiten nun die beste sei, dazu sagen die Experten nichts. Keine habe großartige Vorteile. Wenn die Löhne und Preise sinken, steigt die Arbeitslosigkeit, es kommt zur Rezession. Langfristig könnte sich so die Wettbewerbsfähigkeit verbessern, die Arbeitslosenzahlen würden dann wieder sinken.

Kehrt Griechenland dem Euro den Rücken und führt die Drachme wieder ein, stiegen die Schulden im Ausland erneut. Es könnte zu einer Währungskrise kommen. Bestenfalls ließe sich das Haushaltsdefizit über den Wechselkurs konsolidieren. Beide Alternativen brauchen Zeit, bis sie wirken. Auf kurze Sicht scheint an das Schuldenproblem kein Rankommen. Allerdings würden beide Wege dazu führen, dass die Importe teurer und die Exporte billiger würden. Das würde die Wirtschaft ankurbeln.

Ob die deutsche Bundesregierung und die EU auf den Expertenrat hören oder eher noch mehr Hilfe anbieten, ist noch unklar. Bis die Entscheidung im März getroffen ist, wird Athen wohl weiter bestreikt. Sehr zum Schaden der griechischen Wirtschaft.

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