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Euro-Rettungsschirm: Notfalls noch einmal nachlegen

von Frank Doll

Die ökonomische Geisterfahrt geht weiter. Ans Steuer setzte sich Herman van Rompuy. Der EU-Präsident meint tatsächlich, wenn der 750 Milliarden Euro schwere Rettungsschirm nicht reichte, um die Kreditmärkte für überschuldete Euro-Staaten über Wasser zu halten, dann müsse nachgelegt werden. So einfach ist das also.

Herman Van Rompuy (l) und Quelle: dpa
Herman Van Rompuy (l) und Bundeskanzlerin Angela Merkel Quelle: dpa

Dabei blieb er die Erklärung schuldig, wie so ein Manöver funktionieren soll. Sollten die Märkte zum Beispiel Spanien die Kreditlinien demnächst kappen, müsste das Land unter den Rettungsschirm. Zugleich müssten sich die Iberer im Rahmen ihres Anteils am Rettungsschirm aber auch selbst retten. Spaniens Anteil am Gesamtpaket beträgt 45 Milliarden Euro – auf dem Papier. Deutschland ist noch kreditwürdig und steuert 123 Milliarden Euro bei, bürgt aber für 120 Prozent dieser Summe, also für 148 Milliarden Euro.

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Auf die Frage, ob Deutschland nachlegen würde, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel, sie antworte nicht auf spekulative Fragen. Im Kern ist die Aussage des EU-Präsidenten der nächste Versuch, Deutschland zu erpressen: entweder mitmachen – oder der Europäischen Zentralbank zum Gelddrucken freie Bahn lassen.

9 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 18.06.2010, 10:38 UhrAnonymer Benutzer: Catterfeld

    Der Herr Herman Van Rompuy hat keine Ahnung, typisch Politiker. Es müßte so schnell wie möglich ein insolvenzverfahren für Staaten erarbeitet werden. Wenn nicht kann die Summen keiner bezahlen und soll auch keiner bezahlen. Geld drucken ist totaler Unsinn, wegen der inflation.

  • 16.06.2010, 13:20 UhrAnonymer Benutzer: Mephistopheles

    Der irrsinn hat Methode! Die wirkliche Alternative wäre ein Trennbankensystem nach Glass-Steagall, verbunden mit staatlicher Stützung der Geschäftsbanken für die Realwirtschaft und insolvenz der investmentbanken mitsamt dem Toxischen Finanzmüll! Statt dessen will man die banken auf dem Rücken der bürger retten! Die Menschen haben also dem Geld zu dienen - nicht umgekehrt, wie es eigentlich sein sollte. Wenn die bürger Europas demnächst aufstehen sollen Herr van Rompuy und die übrigen banken-Lobbyisten sich nicht beschweren - sie haben es nicht anders gewollt! Es scheint so, daß wir entweder alle mitsamt unseren Sozialsystemen und unserem Volksvermögen an die banken verkauft werden - oder aber aufstehen und den Verantwortlichen klar machen, WER Volk und Souverän des Staates ist!

  • 15.06.2010, 14:09 UhrAnonymer Benutzer: Voltaire

    Die 27 europäischen Länder benötigen in 2010 ca. 1 billion EUR (1000 Mrd. EUR) zur Refinanzierung der Staatsschulden. Die dafür ausgegebenen "Staatsgarantien" sind nichts anderes als ungedeckte Schecks was - wann auch immer - zwangsläufig zu einem Zahlungsausfall führen wird.
    Am Ende wird der bÜRGE(R) sein auf dem Papier aufgedruckten Geld bzw. seine Ersparnisse nahezu vollständig "verlieren" ganz nach der bisher nie widerlegten Aussage von Voltaire: "Papiergeld kehrt früher oder später zu seinem inneren Wert zurück – Null".

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