Euro-Zone: Frankreich unter Druck

Euro-Zone: Frankreich unter Druck

Bild vergrößern

Frankreichs Banken sind in hohem Maße in Griechenland involviert.

Die Wirtschaft stagniert, das Nachbarland gilt als das schwächste unter den verbliebenen Triple-A Nationen.

Die Euro-Zone hat einen neuen Wackelkandidaten: Frankreich. Seitdem bekannt ist, dass das Wirtschaftswachstum des Nachbarlandes im zweiten Quartal stagnierte, steht Europas zweitgrößte Volkswirtschaft unter erhöhter Beobachtung der Finanzmärkte. Die Risikoaufschläge für Staatsanleihen stiegen auf immer neue Höhen, noch schlimmer sieht es bei den Kreditausfallversicherungen (CDS) für Bonds aus. Diese waren zeitweise teurer als Versicherungen für Indonesien, Peru oder Südafrika. Präsident Nicolas Sarkozy brach seinen Urlaub ab, als Gerüchte laut wurden, das Land müsse um sein Top-Rating fürchten. Dann wären neben Deutschland nur noch Finnland, Österreich, die Niederlande und Luxemburg im Besitz der Bestnote.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) mahnte bereits im Juli zusätzliche Maßnahmen an, um das französische Haushaltsdefizit wie geplant von zuletzt 7,1 Prozent auf 5,7 Prozent 2011 zu senken – und bis 2013 die Höchstgrenze nach dem Euro-Stabilitätspakt von drei Prozent zu schaffen.

Anzeige

Hohe Arbeitslosigkeit unter französischen Jungendlichen

Das Nullwachstum im zweiten Quartal macht es für die Regierung nicht leichter. Die damit verbundenen geringeren Steuereinnahmen schlagen sich negativ in der ohnehin schon geschönten Haushaltsplanung der Franzosen nieder. Besonders der private Konsum gibt Anlass zur Sorge. Erstmalig seit dem Krisenjahr 2008 geben die Verbraucher weniger aus, die Konsumausgaben sanken zwischen April und Juni um 0,7 Prozent. Analysten des französischen Geldinstituts Crédit Agricole führen das vor allem auf gravierende Probleme am Arbeitsmarkt zurück.

Die Arbeitslosenquote liegt in Frankreich mit derzeit 9,7 Prozent deutlich höher als in Deutschland. Besonders bei Jugendlichen ist die Lage dramatisch, fast jeder Vierte unter 25 Jahren hat keine Arbeit. Ein vergleichsweise hoher Kündigungsschutz sowie zahlreiche Tarifverträge hemmen die Wettbewerbsfähigkeit. Die Lohnstückkosten nehmen stetig zu, auch der gesetzliche Mindestlohn von neun Euro lastet auf der Arbeitslosenquote. "Mit 48 Prozent vom Durchschnittslohn hat Frankreich den mit Abstand höchsten Mindestlohn der Euro-Zone", schreibt die Commerzbank in einer Analyse.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%