Eurokrise: EZB-Vize Papademos Nachfolge-Kandidat

Eurokrise: EZB-Vize Papademos Nachfolge-Kandidat

, aktualisiert 03. November 2011, 10:37 Uhr
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Der Liveticker aus der Handelsblatt-Redaktion

Quelle:Handelsblatt Online

Heißer Tag in der Euro-Krise: In Cannes treffen die Staats- und Regierungschefs beim G20-Gipfel zusammen. Auch in Athen geht es zur Sache. Wir begleiten den Tag im Liveticker.

+++ 10.31 Uhr: Nachfolge-Spekulationen +++

Noch bevor Ministerpräsidient Papandreou sich zu Rücktrittsforderungen geäußert hat, spekulieren die Medien über mögliche neue Regierungschefs. Darunter sind der frühere Vizepräsident der Europäischen Zentralbank, Lucas Papademos. Dies berichtete der Athener Nachrichtensender Vima 99,5. Auch der frühere griechische Ministerpräsident Kostas Simitis (1996-2004) sei nach Informationen des Chefs der Partei Laos, Giorgos Karatzaferis, aus Kreisen der EU vorgeschlagen worden, die griechische Regierung zu führen. Eine Bestätigung aus offiziellen Quellen lag nicht vor.

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+++ 10.08 Uhr: Regierung vor dem Fall +++

Die Regierung unter Ministerpräsident Giorgos Papandreou könnte in den kommenden Stunden fallen. Zahlreiche Minister und Abgeordnete der Sozialisten forderten die Bildung einer Regierung der Nationalen Rettung. Mindestens zwei Abgeordnete, darunter Eva Kaili, haben nach Angaben des staatlichen Fernsehens NET erklärt, sie würden Papandreou nicht mehr das Vertrauen aussprechen. Damit hätte Papandreou mit 150 Mandanten keine Mehrheit mehr im Parlament

+++ 9.57 Uhr: Papandreous Mehrheit fraglich +++

Die Mehrheit des griechischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou im Parlament wird immer fraglicher. Die sozialistische Abgeordnete Eva Kaili forderte den Regierungschef am Donnerstag auf, seine Entscheidung zu einem Referendum über das europäische Rettungspaket rückgängig zu machen. In der für Freitag angesetzten Vertrauensabstimmung im Parlament werde sie ihn sonst nicht unterstützen.

Ohne die Stimme Kailis hätten die Sozialisten im Parlament eine Mehrheit von nur noch einem Sitz. Zahlreiche Parlamentarier hatten zuvor den griechischen Premier aufgerufen, seine Pläne zu einer Volksabstimmung zum Hilfspaket für Griechenland zurückzunehmen.

+++ 9.35 Uhr: Sondersitzung in Athen +++

Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou hat für heute (11 Uhr) eine Sondersitzung des Kabinetts einberufen. Dies wurde in Athen bekannt gegeben. Anschließend soll der Parlamentsausschuss der Sozialisten tagen. Zuvor hatte sich Finanzminister Evangelos Venizelos von dem von Papandreou geplanten Referendum über ein europäisches Hilfspaket distanziert. Bisher hieß es, Papandreou habe für sein Vorhaben die Unterstützung seines Kabinetts.

+++ 9.32 Uhr: Dax sackt ab +++

Die Sorgen um die Zukunft Griechenlands in der EU haben den deutschen Aktienmarkt wieder auf Talfahrt geschickt. Eine Flut von Unternehmensberichten konnte dem Markt dabei nicht entscheidend den Stempel aufdrücken. Nach der Zwischenerholung vom Vortag sackte der Dax im frühen Geschäft um 2,04 Prozent auf 5844 Punkte ab und machte seine Kursgewinne vom Mittwoch damit fast wieder vergessen.

Der MDax fiel um 1,45 Prozent auf 8727 Punkte ab. Der TecDax büßte 1,28 Prozent auf 674 Punkte ein. Die Griechenland-Problematik hat die Märkte weiter voll im Griff. Die EU hat ihre Milliarden-Hilfen eingefroren und macht sie von einem „Ja“ der Griechen zum internationalen Hilfspaket abhängig. Die geplante Volksabstimmung ist im Land immer mehr umstritten.

+++ 9.26 Uhr: EZB berät über Leitzins +++

Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hat am Morgen zum ersten Mal Beratungen unter Führung des neuen Notenbankchefs Mario Draghi begonnen. Offiziell wichtigster Punkt auf der Tagesordnung ist die Entscheidung über den Leitzins für die 17 Euro-Länder. Trotz der heraufziehenden dunklen Konjunkturwolken und der andauernden Schuldenkrise dürfte der Schlüsselzins zumindest vorerst bei 1,5 Prozent bleiben. Einige Analysten sehen jedoch eine gewisse Chance, dass Draghi bereits dieses Mal an der Zinsschraube dreht. Deutlich mehr Fachleute rechnen im Dezember mit einer Zinssenkung.

Darüber hinaus wird sich der EZB-Rat eingehend mit den Folgen der überraschenden Entscheidung des griechischen Regierungschefs für ein Referendum über den jüngst mit den EU-Partnern beschlossenen Schuldenschnitt beschäftigen. Draghi nahm am Mittwoch wegen der Vorbereitung der Ratssitzung nicht persönlich an einem Krisentreffen der sogenannten „Frankfurter Runde“ vor Beginn der G20-Beratungen in Cannes teil.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy erklärten nach der Sitzung, dass Griechenland vorerst keine weiteren Mittel aus dem vereinbarten Hilfspaket der anderen Euro-Staaten erhalten werde. Eine weitere Unterstützung komme erst infrage, wenn sich Griechenland klar entschieden habe, ob es in der Euro-Zone bleiben wolle oder nicht.

Quelle:  Handelsblatt Online
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